Was wir als Oberfläche wahrnehmen, ist immer auch Schwelle – zu dem, was sich entzieht.
Die koreanische Künstlerin Jainem Jeong überlässt ihre Leinwände dem Wattenmeer: Gezeiten, Salz und Schlick hinterlassen Farben und Strukturen, die niemand von Hand erzeugen könnte. Ihre skulpturalen Abformungen aus traditionellem Maulbeerpapier nehmen Baumrinden auf – gefasst mit Pigmenten, die Jeong selbst aus Pflanzen und Erden herstellt. Der Berliner Bildhauer Frank Markowski formt von Hand: Steinzeug, Pulp, in Bronze gegossen – organische Objekte, die berührt werden wollen, und auf ihren Sockeln Worte tragen, die Gedankenräume öffnen. Das Sinnliche entführt in Ahnungen. Der Berliner Klangkünstler Bodo Hartwig erschließt Räume über das, was in ihnen klingt. Seine Freifeldaufnahmen und Installationen legen akustische Schichten frei, in denen Naturprozesse und menschliche Eingriffe sich überlagern. Eines seiner Objekte wartet, bis jemand den Knopf hinter der Leinwand drückt.
Fasanenstraße 29 (Passage), 10719 Berlin