Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V.

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Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V.
Der Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 wurde am 13.1.1867 als Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin gegründet, seit 1951 trägt er den heutigen Namen. Ziel war die Professionalisierung und Karriere bildender Künstlerinnen zu fördern. Er ist der älteste Berufsverband kunsttätiger Frauen im deutschsprachigen Raum und seine Verdienste sind umfassend. Da Frauen nicht an den Kunstakademien zugelassen waren und nur wenige Zutritt zum regulären Kunstmarkt fanden, bot er regelmäßige Ausstellungen, eine Zeichen- und Malschule auf akademischem Niveau (ab 1868), eine Darlehns- und Unterstützungskasse (ab 1868) und eine Pensions- und Rentenkasse (ab 1884). Heute berühmte Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker und Käthe Kollwitz wurden im Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 ausgebildet bzw. haben selbst dort unterrichtet, ebenso wie Vertreterinnen der Moderne und Secessionistinnen wie Sophie Wolff, Julie Wolfthorn, Charlotte Berend-Corinth und Maria Slavona. Auch die Expressionistinnen Else Hertzer und Thea Schleussner erhielten im Verein wichtige künstlerische Impulse. Später profitierten die bekannte Protagonistin des Dadaismus, Hannah Höch, Malerinnen der Neuen Sachlichkeit wie Lotte Laserstein oder Jeanne Mammen sowie die Bildhauerinnen Emy Roeder, Renée Sintenis, Milly Steger und Louise Stomps vom weit verzweigten Vereinsnetzwerk und seinen Ausstellungen. Zur Neuausrichtung 1951 stießen Künstlerinnen aus Ost und West wie Charlotte E. Pauly und später die Malerinnen Margarete Godon, Rita Preuss und Aiga Müller hinzu. Auch in der Zeit der politischen Wende nahm der Verein eine Vorreiterrolle ein: Unmittelbar nach der Wiedervereinigung gingen die Mitglieder des im Westen angesiedelten Vereins auf die Künstlerinnen im Ostteil der Stadt zu. Zwischen 1984 und 1991 zeigte der Verein regelmäßig Jahresausstellungen im Rathaus Schöneberg. Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens im Jahr 1992 wurde die einzigartige Vereinsgeschichte bis in die damalige Gegenwart gründlich aufgearbeitet und im Rahmen einer großen Ausstellung „Profession ohne Tradition“ im Martin Gropius-Bau vorgestellt – mit einem umfangreichen Katalog, einem Lexikon und der Rekonstruktion des Archivs – und bot so eine seltene Bestandsaufnahme des Kunstschaffens von Frauen aus beiden Teilen der Stadt.
Eisenacher Straße 118, 10777 Berlin

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