Kupferstichkabinett

Museum · Tiergarten

Die Geschichte des Kupferstichkabinetts geht auf das Jahr 1652 zurück, als der Große Kurfürst etwa 2.500 Zeichnungen und Aquarelle für die Hofbibliothek erwarb. Eine systematische Sammeltätigkeit begann jedoch erst im Jahr 1831 mit der formellen Gründung des Kupferstichkabinetts, das als dritte Abteilung des damaligen Königlichen Museums neben der Antikensammlung und der Gemäldegalerie zunächst im Alten Museum, dann im Neuen Museum beheimatet war. Für eine enorme Erweiterung des Bestandes sorgte im 19. Jahrhundert der Ankauf großer privater Kollektionen: von Karl Ferdinand Friedrich von Nagler im Jahre 1835, von Vincenzo und Michelangelo Pacetti 1843, von Alexander Hamilton, 10. Duke of Hamilton und William Alexander Hamilton, 12. Duke of Hamilton 1882 und von Adolf von Beckerath 1902. Im 20. Jahrhundert konzentrierten sich Neuerwerbungen für die Sammlung, ohne die klassischen Gebiete zu vernachlässigen, verstärkt auf die jeweiligen Tendenzen der Moderne. Begründet durch die schmerzlichen Verluste moderner Kunst, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und zum Teil vernichtet worden war, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkt der Bestand an Druckgrafik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgebaut. Damit konnten die entstandenen Lücken etwa an expressionistischer Grafik wieder geschlossen werden. Später bildete der Erwerb von Werken der englischen und amerikanischen Pop-Art einen wichtigen Schwerpunkt. Nach 1945 gehörte auch das Kupferstichkabinett zu jenen Institutionen, die aufgrund der Spaltung der Stadt geteilt wurden. Nach der Vereinigung der Sammlungen aus Ost- und West-Berlin findet es sich seit März 1994 am Kulturforum in sinnvoller Nähe zu weiteren Museen europäischer Kunst. In jüngerer Zeit konnte das Haus bedeutende Einzelblätter und Werkgruppen von Rembrandt, Karl Friedrich Schinkel, Pablo Picasso, Claes Oldenburg, Franz Gertsch, Caspar David Friedrich und mit dem „Kleinen Klebeband“ ein ganzes Konvolut seltener altdeutscher Meisterwerke erwerben. Zudem gelangten mehrere Privatkollektionen in das Kabinett, darunter die Sammlungen Wilhelm Soldan, Hans + Uschi Welle (Schenkung), Teile der Sammlung Marzona, die Sammlung Haralampi G. Oroschakoff (Schenkung), die Schenkung Paul Maenz Gerd de Vries und die Sammlung Christoph Müller (Schenkung).
Matthäikirchplatz 8, 10785 Berlin

Website

Aktuelle Ausstellungen & Events