Kunsthaus Dahlem
Errichtet wurde das Kunsthaus Dahlem ursprünglich als Staatsatelier des Bildhauers Arno Breker, erbaut 1939 bis 1942 nach Entwürfen des Architekten Hans Freese. Arno Breker gehörte seinerzeit neben Josef Thorak zu den meistbeschäftigten plastischen Künstlern des Dritten Reiches und lieferte seit 1937 Bauplastiken für die Monumentalbauten Albert Speers. Die Tiefbauarbeiten für den Dahlemer Gebäudekomplex begannen im Juni 1939 auf einem abgeholzten Waldgelände, das die Stadt Berlin dem Staat „auf Wunsch des Führers“, wie es in der Bauakte heißt, zur Verfügung gestellt hatte. Vorgesehen war die Errichtung eines Ateliers, das mit neuesten technischen Einrichtungen wie Kran, Hebebühne und Lastenfahrstuhl zum Keller ausgestattet werden sollte. Bereits im November 1941, noch vor der offiziellen Fertigstellung des Ateliergebäudes im Februar 1942, empfing Breker hier im Mittelsaal erste Gäste: Im Rahmen eines vom NS-Propagandaministerium organisierten Deutschlandbesuchs besichtigte u.a. eine Gruppe französischer Künstler das Gelände. Breker selbst nutzte das Atelier allerdings nur sporadisch bzw. für kurze Zeit. Zunehmende Bombendetonationen und die von ihnen am Bau verursachten Beschädigungen wie die geborstenen Glasoberlichter machten die Nutzung der Räume schon bald unmöglich. Brekers Hauptarbeitsstätte wurde stattdessen das Schloss Jäckelsbruch, ein Rittergut, das ihm 1940 anlässlich seines 40. Geburtstages von Adolf Hitler persönlich geschenkt worden war. Im benachbarten Wriezen befand sich zudem seit 1941 ein Werksgelände mit Gleisanschluss und Kanalhafen: die Arno-Breker- Bildhauerwerkstätten GmbH. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das ehemalige Atelier Arno Brekers zunächst von der US-amerikanischen Besatzungsmacht genutzt: Die Information Control Division (ICD) zog vorübergehend ein. Nachdem diese das Gebäude verlassen hatte, wurde es von der städtischen Verwaltung den ehemals Staatlichen Museen und der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee angeboten. Nachdem jedoch weder die Museen noch die Hochschule den Komplex nutzen wollten, wurde das mittlere Atelier der Berliner Steinmetzinnung zur Verfügung gestellt. 1949 bezog der Bildhauer Bernhard Heiliger den Ostflügel des Gebäudes. Im Jahr nach seinem Tod 1995 wurde die Bernhard-Heiliger-Stiftung gegründet, die seitdem ihren Sitz im ehemaligen Privatatelier des Künstlers hat. 1964/65 zog Emilio Vedova als erster internationaler Künstler in den Mittelbau des Gebäudes ein. Der Italiener schuf hier u.a. sein großes Werk Absurdes Berliner Tagebuch. 1966/67 errichtete der Architekt Werner Düttmann in unmittelbarer Nachbarschaft zum Atelierhaus das noch heute bestehende Brücke Museum. In den folgenden Jahren wurde das Atelierhaus vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Berliner Kultursenat an Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt vergeben. Namhafte Repräsentanten wie Armando, Ouhi Cha, Jimmie Durham, Dorothy Iannone, Jean Robert Ipoustéguy, Emmett Williams und Jinshi Zuh wirkten in diesen Räumen.
Käuzchenstieg 12, 14195 Berlin
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