DAAD-Galerie

Galerie · Mitte

DAAD-Galerie
In den ersten Ausstellungen in der daadgalerie waren z.B. Installationen von Michelangelo Pistoletto (1978) oder Ben Vautier (1979) zu sehen. Fast zur gleichen Zeit entstanden für die Kunstentwicklung der 1980er Jahre richtungsweisende, im weitesten Sinne urbanistische Projekte, wie Stephen Willats Auseinandersetzung mit der sozialen Struktur Westberlins ("Leben in vorgegebenen Grenzen/ Vier Inseln in Berlin", 1979) oder Paul-Armand Gettes Untersuchung der Berliner Vegetation ("Exotik als Banalität", 1980). Sowie bedeutende Werke der Videokunst von Nan Hoover (1981) und Joan Jonas ("I Saw Her Burning" 1984). Indessen wurden auch deutsche oder Berliner Künstler ausgestellt. Beispielsweise 1981 die Filmemacherin Ulrike Ottinger mit ihrer ersten Ausstellung überhaupt. Eine Lesung von Stanislaw Lem schlug alle Besucherrekorde in der daadgalerie und gab den Anstoß für vergrößernde Umbauten der Räume in der ehemaligen Villa des deutschen Stummfilmstars Henny Porten in der Kurfürstenstrasse. René Block, der 1982–1992 der spartenübergreifende Leiter der daadgalerie war, gelang es, in mehreren, vom Fluxus inspirierten, interdisziplinären Projekten, die verschiedenen Künste des Künstlerprogramms zusammenzubringen. So z.B. bei dem multi-medialen "Rosenfest" von 1984, bei dem u.a. Lawrence Weiner und Yannis Kounellis raumbezogene Arbeiten präsentierten, oder die Klang-Raum-Licht-Installation "The Music Rooms" (1987) von Maryanne Amacher. Das Berliner Künstlerprogramm unterstützte Nam June Paik bei der komplexen Organisation seiner berühmten TV-Satelliten Aktion "Good Morning Mr. Orwell" vom 1.1.1984. Im selben Jahr zeigte Paik eine Medieninstallation in der daadgalerie. Auch die frühen 1990er Jahre waren durch eindrucksvolle Ausstellungen mit raumgreifenden Installationen geprägt. Um den Mauerfall im Jahre 1989 entwarf Ilya Kabakov das Projekt "Ausstellung eines Buches" für die daadgalerie. Damien Hirst transformierte 1994 die Galerieräume in einen begehbaren Schmetterlingsgarten ("Good Environment For Coloured Monochrome Paintings", 1994). Zuvor hatte Ayse Erkmen durch geschickte Interventionen in den Ausstellungsraum, wie z.B. das Tieferhängen der Neon-Beleuchtung, die Galerie selbst zum Thema ihrer Ausstellung "Das Haus" (1993) gemacht. Renée Greens Projekt "Miscellaneous" über Archive und Christine und Irene Hohenbüchlers partizipative Installation (s. Foto) fanden 1995 parallel zur Premiere von Stan Douglas wegweisender Projektion "Der Sandmann" nach Motiven von ETA Hoffmann und von Matt Mullicans Flaggeninstallation in der Neuen Nationalgalerie und im Bahnhof Alexanderplatz (s. Foto) statt. Ebenfalls in der Neuen Nationalgalerie zeigte Douglas Gordon 1999 zwei speziell für diesen Ort konzipierte Videoinstallationen, während David Lamelas und Steve McQueen jeweils neue Projekte in der daadgalerie präsentierten ("Erfindung des Dr. Morel",1999, Lamelas; "Barrage", 2000, McQueen). 2005 zog die daadgalerie an ihre heutige Adresse in die ehemals durch die Mauer geteilte Zimmerstrasse nahe dem Checkpoint Charlie. Der neue, white-cube-artige Ausstellungsraum wurde mit einer Videoinstallation mit Anri Sala eröffnet. Seitdem finden dort regelmäßig Einzelausstellungen sowie Veranstaltungen von und mit Gästen des Berliner Künstlerprogramms aller Sparten statt.
Zimmerstraße 90, 10117 Berlin

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