Peel Off – Camera Work

Der Moment, in dem die Schutzschicht abgezogen wird und die Wirklichkeit in chemischen Schlieren auf dem Papier erwacht, hat bis heute nichts von seiner Magie verloren. In der Ausstellung Peel Off feiert die Galerie CAMERA …

Veröffentlicht am 9. April 2026 · von KUNSTLEBEN BERLIN

Der Moment, in dem die Schutzschicht abgezogen wird und die Wirklichkeit in chemischen Schlieren auf dem Papier erwacht, hat bis heute nichts von seiner Magie verloren. In der Ausstellung Peel Off feiert die Galerie CAMERA WORK das Sofortbild als greifbares Unikat in einer flüchtigen digitalen Welt. Mit über 100 Werken von Legenden wie Helmut Newton und Peter Beard wird deutlich: Polaroid ist weit mehr als nur ein Schnappschuss – es ist die Seele des Augenblicks.

Peel Off in der Galerie CAMERA WORK

Die Galerie CAMERA WORK präsentiert vom 28. März bis zum 6. Juni 2026 die Gruppenausstellung Peel Off. Diese widmet sich mit über 100 Unikaten von sechzehn namhaften Künstlern der Geschichte des legendären Sofortbildes. Unter den Arbeiten aus den frühen 1970er Jahren bis heute, die vielfach an den Sets berühmter Fotoshootings entstanden, sind zudem seltene großformatige Werke von Peter Beard, Michel Comte und Olaf Heine.

Die Geburtsstunde einer fotografischen Revolution

Das Sofortbild wurde maßgeblich durch Herbert Erwin Land und die Firma Polaroid geprägt. Land stellte das erste unmittelbar entwickelbare Fotopapiersystem 1947 erstmals vor und machte es später mit der Firma Polaroid weltweit bekannt. Das patentierte Entwicklungsverfahren etablierte sich in der professionellen Fotografie als wichtiges kreatives Werkzeug und war etwa zur Licht- und Kompositionsprüfung am Set entscheidend. Die sichtbare Entwicklungszeit des Bildes, die durch die Peel Off-Trennung der Entwicklungsbögen manuell abgeschlossen wurde, verstärkte die Wahrnehmung des fotografischen Prozesses und dessen performativen Charakter. Jedes Sofortbild ist ein physisches Unikat, das direkt mit seinem Entstehungszeitpunkt verknüpft bleibt.

Zwischen Handwerk und künstlerischem Exzess

Die Ausstellung zeigt Sofortbilder, die zwischen den 1970er und 2000er Jahren im Rahmen des künstlerischen Entstehungsprozesses ihren Höhepunkt erlebten, bevor sie durch die digitale Fotografie verdrängt wurden. Sie verloren jedoch nie vollständig an Relevanz. Arbeiten von Helmut Newton aus den 1970er Jahren sowie von Arthur Elgort und Patrick Demarchelier aus den 1990er Jahren belegen den Stellenwert des Sofortbildes für die Komposition eines fotografischen Werks.

Das Unikat als Gegenentwurf zur digitalen Bilderflut

Darüber hinaus werden die Gebrauchsspuren und die besondere Ästhetik der Bilder als charakteristisches Stilmittel wahrgenommen, das eine intime und unmittelbarere Atmosphäre widerspiegelt und die Arbeitsprozesse von Künstlern wie Eugenio Recuenco oder Jean-Baptiste Huynh auf einzigartige Weise dokumentiert. Parallel entwickelte sich das Sofortbild als eigenständiges künstlerisches Medium, mit dem ganze Serien fotografisch umgesetzt wurden. Seit den 2010er Jahren erfährt das Sofortbild eine Renaissance, die eine Sehnsucht nach analogen, entschleunigten Bildprozessen unterstreicht. Dank seiner besonderen künstlerischen Merkmale ist das Sofortbild seit vielen Jahren auf dem primären und sekundären Fotokunstmarkt ein relevantes Sujet, das mitunter Höchstpreise erzielt.

Über CAMERA WORK

Die in Berlin ansässige Galerie CAMERA WORK wurde 1997 gegründet und zählt heute zu den weltweit führenden Galerien für Fotokunst. Angelehnt an den historisch geprägten Galerienamen folgt das Unternehmen von Beginn an der Philosophie, neben den bekanntesten Künstlern der Fotografiegeschichte wie Diane Arbus, Richard Avedon, Patrick Demarchelier, Peter Lindbergh, Helmut Newton, Irving Penn, Man Ray, Herb Ritts und Albert Watson auch junge zeitgenössische Künstler zu vertreten und in Ausstellungen zu zeigen.

Peel Off

28. März 2026 - 6. Juni 2026

CAMERA WORK