Panopticon – Claudia Virginia Vitari über totale Institutionen
Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin wird zum Schauplatz einer außergewöhnlichen Retrospektive: Unter dem Titel „Panopticon“ beleuchtet die italienische Künstlerin Claudia Virginia Vitari die dunklen Seiten sogenannter „totaler Institutionen“. Von Gefängnissen über antipsychiatrische Projekte bis …
Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin wird zum Schauplatz einer außergewöhnlichen Retrospektive: Unter dem Titel „Panopticon“ beleuchtet die italienische Künstlerin Claudia Virginia Vitari die dunklen Seiten sogenannter „totaler Institutionen“. Von Gefängnissen über antipsychiatrische Projekte bis hin zu Flüchtlingsunterkünften – die Ausstellung spannt einen beeindruckenden Bogen über zwei Jahrzehnte intensiver Forschung. Mit einer einzigartigen Materialästhetik und tiefem Einfühlungsvermögen gibt Vitari den Stimmen marginalisierter Menschen Raum und schafft Werke, die berühren, fordern und Fragen aufwerfen: Wie sichtbar sind die Unsichtbaren?
Die retrospektive Ausstellung "Panopticon" der Künstlerin Claudia Virginia Vitari wird am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin stattfinden und fast zwei Monate dauern. Die Ausstellung stellt eine Untersuchung des Konzepts der „totalen Institutionen“ dar. Die in Turin geborene und in Berlin lebende Künstlerin hat ihre Forschung über fast zwei Jahrzehnte durchgeführt.
Der Ausstellungstitel bezieht sich auf Jeremy Benthams Konzept des idealen Gefängnisses, bei dem ein Wächter in einem zentralen Wachtturm alle Insassen ohne deren Wissen beobachten kann. Dieses eingebaute Kontrollsystem spiegelt die Bedingungen von Menschen wider, die in „totalen Institutionen“ leben, einem Begriff, der von Erving Goffman entwickelt wurde und Orte beschreibt, an denen Menschen von gesellschaftlichen Interaktionen isoliert sind und ihre täglichen Aktivitäten streng von einer zentralen Autorität geregelt werden.
Die Retrospektive zeigt Werke aus Vitaris bedeutenden Serien, die sich auf drei Beispiele für „totale Institutionen“ konzentrieren:
- Percorsogalera(2007-09) erforscht die Geschichten von Insassen des Gefängnisses „Lorusso e Cutugno“ in Turin, Italien.
- Le città invisibili (2009-13) befasst sich mit den Erfahrungen von Radio Nikosia, einem antipsychiatrischen Projekt mit Sitz in Barcelona, Spanien.
- Identità Interstiziali (2014 – fortlaufend) untersucht die Probleme von politischen Flüchtlingen und asylsuchenden Menschen in Berlin.