Manuel Kaminski – Finissage im Bikinihaus
Es war Pablo Picasso, der den Satz gesagt hat: "Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen lässt." Eine großartige und weise Erkenntnis, die mit der Retrospektive von Manuel Kaminski eine völlig neue Bedeutung …
Denn auch der Film selbst greift diese Lüge auf. Er beginnt mit einer wirklich excellent gearbeiteten Bildmontage, die uns in die Zeit und in das Leben des verstorbenen Malers Manuel Kaminski führt. So pompös und echt das alles dargestellt ist - es bleibt Fiktion. Ob es die Lehrjahre bei Matisse sind, Kaminskis Berührungen mit der Pop-Art, seine Erfolge als blinder Maler in Paris und New York. Alles konstruiert. Und das ist das, was wiederum fasziniert, sowohl im Film, als auch in der Ausstellung. Wir wollen glauben, dass es die Welt des Kaminskis gibt, reihen ihn selbstverständlich in unsere eigene Kunsthistorie ein. Wir würden es sogar glauben, wenn in der Einladung zur Finissage stehen würde: "Aus gesundheitlichen Gründen ist der Maler leider verhindert."
Kunst darf eben alles. Das macht sie so lebendig - lebendiger, als es Kaminski je war.