Livarto: Wie Cepand Yegani den Online-Zeichenmarkt revolutioniert

Wer früher zeichnen lernen wollte, stand oft vor einer binären Wahl: Entweder man besuchte teure, ortsgebundene Kurse an Volkshochschulen und Akademien, oder man kaufte sich Bücher, die Schritt für Schritt das Zeichnen mit Hilfe von …

Veröffentlicht am 18. Februar 2026 · von Kunstleben Berlin

Wer früher zeichnen lernen wollte, stand oft vor einer binären Wahl: Entweder man besuchte teure, ortsgebundene Kurse an Volkshochschulen und Akademien, oder man kaufte sich Bücher, die Schritt für Schritt das Zeichnen mit Hilfe von Vorlagen lehrten. Mit dem Aufkommen des Internets verlagerte sich dieses Angebot zwar auf Videoplattformen, die Didaktik blieb jedoch meist dieselbe. Man sieht einem Dozenten dabei zu, wie er eine Linie zieht, und versucht, diese möglichst exakt zu imitieren. Das Ergebnis ist oft Frustration, sobald das Video endet und das weiße Blatt Papier vor einem liegt. Genau an diesem Punkt der Stagnation setzt Cepand Yegani an. Der Gründer und Kunst-Bundessieger hat mit seiner Akademie einen Ansatz entwickelt, der den Status quo der Online-Ausbildung infrage stellt und radikal verändert.

Ein System statt bloßer Videos

Die meisten Anfänger scheitern nicht an fehlender Fingerfertigkeit, sondern an der falschen Herangehensweise. Der Glaube, Talent sei eine angeborene, mystische Gabe, hält sich hartnäckig. Yeganis Ansatz widerspricht dieser These vehement. Für ihn ist künstlerische Kompetenz das Resultat eines logischen, didaktisch sauberen Aufbaus. Bei LIVARTO steht deshalb nicht das isolierte Tutorial im Vordergrund, sondern ein ganzheitliches Ausbildungssystem. Der Markt ist überschwemmt von einzelnen Kursen, die Bruchstücke vermitteln. Mal lernt man ein Auge zu schattieren, mal eine Hand zu skizzieren. Doch ohne das Verständnis für die zugrundeliegende Struktur bleibt das Wissen lückenhaft. Das Gehirn kann keine stabilen Verknüpfungen aufbauen, wenn der rote Faden fehlt. Die Akademie setzt daher auf eine strukturierte Methode, die aufeinander aufbaut. Das Ziel ist ambitioniert: Teilnehmer sollen nicht lernen, wie man ein bestimmtes Bild kopiert, sondern wie man die Realität wahrhaftig sieht und dieses Verständnis nutzt, um frei aus dem Kopf zu zeichnen.

Das Ende des Kopierens: Freies Zeichnen als Markenzeichen

In Deutschland existiert das Angebot, Zeichnen systematisch aus der Vorstellung heraus zu lernen, in dieser Form praktisch kaum. Die meisten Lehrmethoden basieren auf der Reproduktion bestehender Bilder. Das schult zwar das Auge für Proportionen im Vergleich zur Vorlage, befähigt aber selten dazu, eigene Welten zu erschaffen. Wer nur kopiert, bleibt abhängig vom Referenzmaterial. Die Philosophie von Yegani und seinem Mitgründer Vincent Arentz zielt auf Unabhängigkeit ab. Wenn ein Schüler versteht, wie sich Licht auf einer Kugel verhält oder wie die Anatomie eines Gesichts dreidimensional aufgebaut ist, benötigt er keine Vorlage mehr. Er kann Situationen, Porträts und Szenen aus dem Gedächtnis konstruieren. Dieses „freie Machen“ der Teilnehmer ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal der Ausbildung. Es transformiert den Zeichner vom Handwerker, der reproduziert, zum Künstler, der erschafft.

Die Formel für beschleunigten Fortschritt

Während Autodidakten oder Schüler klassischer Methoden durchschnittlich sieben Jahre benötigen, um ein fortgeschrittenes Niveau zu erreichen, gelingt dies den Absolventen dieses Systems oft in rund anderthalb Jahren. Diese Beschleunigung resultiert aus einer Kombination dreier Elemente, die Yegani oft mit dem Wachstum einer Pflanze vergleicht: Sonne, Wasser und Dünger. Fehlt eines dieser Elemente, verkümmert die Pflanze. Übertragen auf das Zeichnen bedeutet das: Ein didaktisch korrekter roter Faden (die Sonne) ist nutzlos ohne Feedback (Wasser). Hier liegt oft die größte Schwachstelle herkömmlicher Online-Kurse. Wer niemanden hat, der ihn auf Fehler hinweist, übt das Falsche ein. Korrekturen durch Experten sind in der Regel teuer und nur in 1-zu-1-Coachings zu haben. Die Akademie hat jedoch Feedback-Schleifen institutionalisiert, die den Schülern einen fast unbegrenzten Zugang zu professioneller Kritik ermöglichen. Das verhindert, dass sich Fehler verfestigen, und sorgt für stetige Verbesserung.

Die Psychologie der Gemeinschaft: Der „LIVO“-Effekt

Das dritte Element, der „Dünger“, ist die Umgebung. Menschen sind soziale Wesen, die sich stark an ihrem Umfeld orientieren. Wer sich gesund ernähren will, schafft das leichter, wenn alle Freunde ebenfalls auf ihre Ernährung achten. Wer zeichnen will, braucht eine Umgebung, in der Kreativität die Norm ist. Einsamkeit vor dem Skizzenblock ist einer der Hauptgründe, warum Hobbykünstler aufgeben. Deshalb wurde um die Ausbildung herum eine Gemeinschaft aufgebaut, die weit über ein einfaches Forum hinausgeht. Die sogenannte „LIVO-Family“ bietet den emotionalen Rückhalt, der nötig ist, um das Dranbleiben zu garantieren. Es geht hierbei um Werte wie Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und Freude am Tun. In Live-Sessions und dem Austausch im Club entsteht eine Dynamik, die Motivationstiefs auffängt. Der Zugang zu diesem inneren Kreis erfolgt oft erst nach einem persönlichen Gespräch, um sicherzustellen, dass die Chemie stimmt und die Atmosphäre geschützt bleibt.

Kunst als Mittel zur Heilung und Ruhe

Neben dem technischen Handwerk spielt die emotionale Komponente eine tragende Rolle. Die Zielgruppe beschränkt sich nicht auf junge Menschen, die eine Karriere in der Kunst anstreben. Viele Teilnehmer suchen einen Ausgleich zum stressigen Alltag, befinden sich in schwierigen Lebensphasen oder entdecken im Alter ihre kreative Ader neu. Zeichnen wird hier als Form der Achtsamkeit verstanden. Das „wahrhaftige Sehen lernen“ verändert den Blick auf die Welt. Wer anfängt, die Umgebung in Licht, Schatten und Formen zu zerlegen, nimmt seine Umwelt intensiver wahr. Diese Fokussierung bietet Ruhe und kann heilende Wirkung haben. Die Mission von Cepand Yegani geht daher über das Vermitteln von Strichführung hinaus. Es geht darum, visuellen Ausdruck als Standard in der Kultur zu etablieren und so zu einer ausgeglicheneren Gesellschaft beizutragen. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz – weg vom isolierten Video, hin zum betreuten System mit starker Gemeinschaft – hat sich LIVARTO als ernstzunehmende Kraft im Bildungsmarkt etabliert. Es zeigt, dass digitales Lernen dann am besten funktioniert, wenn es die menschliche Komponente nicht wegautomatisiert, sondern in den Mittelpunkt stellt. Beitragsbild: Foto von Goashape Studio auf Unsplash Auch interessant: Angelika Platen – Künstlerporträts und ihre Geschichten.