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Mit seiner Ausstellung HOME OVAL OFFICE katapultiert Marc Jung uns in die absolute Gegenwart. Er beschäftigt sich mit dem Ansturm auf das Washingtoner Kapitol genauso wie mit unseren seelischen und körperlichen Abgründen. Davon geben seine …
Mit seiner Ausstellung HOME OVAL OFFICE katapultiert Marc Jung uns in die absolute Gegenwart. Er beschäftigt sich mit dem Ansturm auf das Washingtoner Kapitol genauso wie mit unseren seelischen und körperlichen Abgründen.
Davon geben seine Titel ein eindrucksvolles Zeugnis ab: Keine Zeit zu sterben, Nasenscheidewand weggefressen oder This is not a lovesong erzählen von einer Gesellschaft zwischen Turbokapitalismus und Einsamkeit, zwischen Hyper Effektivität und Außenseitertum, zwischen Sucht und Sehnsucht. Seine Bilder zeigen Ikonen der Popkultur welche sich im Wandel und in der Auflösung befinden.
Dabei führt der Künstler in seinen Arbeiten einen Kampf zwischen Regeln und Anarchie, zwischen Harmonie und Zerstörung. Seine bildnerische Agenda eines gesellschaftlichen Rundumschlags enthält Reminiszenzen an Grosz und Dix, sein direkt-naiver Stil schleudert Basquiats Ausdruck ins Hier und Jetzt. Sein Bildaufbau dekonstruiert bis hin zur Unkenntlichkeit Bacon und Velasquez. So kombiniert er den Dreck der heutigen Straße mit den Heroen und konzeptionellen Theorien der etablierten Malerei und sprengt dabei spielend traditionelle Genregrenzen.
Jung ist ein totaler Realist, der den alltäglichen Wahnsinn zu seinem Thema gemacht hat und diesen auf eine sehr eigene sarkastische und ironische Art und Weise darstellt. Für ihn ist Kunst der gigantische Trichter eines überdimensionalen Fleischwolfes, der alle seine täglichen Beobachtungen aufsaugt, diese verwurstet und etwas ausspuckt, was die uns umgebende vielschichtige Wirklichkeit auf einen Nenner bringt. Wenn Kunst diesen Job erledigt, muß sie nicht schön sein, sondern lediglich ehrlich – wie ein Knockout.