Am 7. April 2028 wird im Pei Bau des Deutschen Historischen Museums auf 560 Quadratmetern die Ausstellung „Porträts der deutschen Geschichte“ (Arbeitstitel) eröffnen. Im Zentrum der Ausstellung stehen herausragende Porträts historischer Persönlichkeiten und vor allem Werke, die einen hohen Eigenwert besitzen und von emblematischer Wirkungskraft sind. Die ausgestellten Porträts werden dabei möglichst vielfältig sein, sowohl was die Dargestellten wie auch die Formate anbetrifft. Fürsten, Staatsmänner und -frauen, entscheidende Personen aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Kultur usw. werden vertreten sein, aber auch unbekannte Menschen, wenn von ihnen packende Porträts überliefert sind. Aus der Begegnung mit den Porträts sollen sich Türen in die Geschichte öffnen. Dabei soll die Vielfalt der in Deutschland heute und in der Vergangenheit lebenden und wirkenden Menschen zum Ausdruck kommen: Personen der verschiedenen politischen Spektren von rechts bis links, Opfer, Täter, Vertriebene und Flüchtlinge, Bäuerinnen und Bauern, Studierte, Einwanderer, Migranten, Protestanten, Juden und Katholiken, Homosexuelle usw. Die Porträts in den reichen Sammlungen des DHM bilden dabei den Grundstock: Die eigenen Bestände bieten zahlreiche ebenso herausragende wie vielseitige Porträts, die sich aus der lange zurückreichenden Sammlungstätigkeit des Museums speisen und nun zum ersten Mal in ihrer Fülle gezeigt werden können. Gleichzeitig wird die Ausstellung durch Exponate aus anderen Sammlungen und Museen erweitert und ergänzt. Das Gebot der Vielfalt und Abwechslung betrifft auch die Formate und Medien. Unterschiedliche Gattungen sollen versammelt werden, von Video-Installationen und Karikaturen, Hologrammen, Fotos, Zeichnungen, Medaillen, Münzen, Geldscheinen, Briefmarken bis hin zu Ölgemälden, Büsten und Standbildern. Die Ausstellung soll ein vertieftes Bewusstsein für die Bedeutung der in Deutschland lebenden Menschen entwickeln, die unter allen möglichen Umständen und in allen möglichen Rollen die deutsche Geschichte im Großen und Kleinen geprägt haben. Die Ausstellung wird von Julia Voss und Christopher Clark kuratiert. Porträts der deutschen Geschichte Ab dem 7. April 2028 Deutsches Historisches Museum
„Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“ im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart ist die erste große Retrospektive des Komponisten und Künstlers in Europa. Ryuichi Sakamoto gilt als Pionier der elektronischen und experimentellen Musik, der die Grenzen zwischen Klang, Film, Performance und bildender Kunst immer wieder neu definierte. Seit den 2000er-Jahren entwickelte er dreidimensionale Klangräume, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen wie Shiro Takatani und Carsten Nicolai oder dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. „Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“ zeigt sieben Werke in fünf großformatigen Installationen und eröffnet zur Berlin Art Week. Die Ausstellung rückt die Schnittstelle von Klang und Kunst ins Zentrum, die seit seiner Gründung vor 30 Jahren ein Markenzeichen des Hamburger Bahnhof ist. Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zeigt auf rund 1.500 Quadratmeter in den Rieckhallen sieben Werke in fünf großformatige Installationen des Komponisten und Künstlers Ryuichi Sakamoto. „IS YOUR TIME“ (2017), in der ein durch den Tsunami 2011 zerstörtes Klavier zum Objekt für Klänge wird, beruht auf digital umgewandelten seismologischen Daten von Erdbeben weltweit in Echtzeit. Weitere Installationen sind ausgehend von seinem Album „async“ (2017) in enger Kooperation mit dem Künstler Shiro Takatani und dem Filmmacher Apichatpong Weerasethakul entstanden. Zwei Filme von Carsten Nicolai in der Ausstellung verwenden Musik des letzten Albums „12“ von Sakamoto, ein Klangtagebuch, das er 2021 bis 2022 aufgenommen hat. Ryuichi Sakamoto (1952-2023) war ein Komponist, Produzent und Künstler, geboren in Tokio. 1978 debütierte er mit dem Album „Thousand Knives“ und war Mitbegründer der legendären Techno-Gruppe Yellow Magic Orchestra. Sein vielfältiges Schaffen umfasst Popalben, viele klassische Werke, zwei Opern und fast 45 Original-Film- und TV-Soundtracks. Für seine Filmmusik erhielt er zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Auch in der Kunstwelt war Sakamoto aktiv: Seine Arbeiten wurden weltweit in Museen gezeigt (Seoul, 2018; Peking, 2021; Chengdu, 2023–2024; Tokio, 2024–2025; Phuket, 2026; Hong Kong 2026). Als Aktivist engagierte er sich jahrzehntelang für Umweltschutz und Weltfrieden. Er gründete die Organisation „more trees“ zur Waldrettung und das „Tohoku Youth Orchestra“, um die Opfer des Tohoku-Erdbebens durch Musik zu unterstützen. Sakamoto starb am 28. März 2023. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13.–15.11., an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano. Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time 11. September 2026 – 20. Juni 2027 Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Ein Forensiker als Fotograf, der sich einem der unscheinbarsten Materialien unserer Umwelt widmet. Die Ausstellung „Die Welt in einem Sandkorn sehen“ vereint die mikrofotografischen Arbeiten von Matthias Burba (*1954), Synästhetiker, mit einer interaktiven Videoarbeit von Max Seeger (*1994) und erschließt Sand als vielschichtiges Bildfeld. Zwischen mikroskopischer Präzision, subjektiver Wahrnehmung und medialer Übersetzung wird das Material zugleich als geologisches Archiv und als Träger ökologischer, kultureller und historischer Prozesse sichtbar. Matthias Burba verbindet analytische Präzision mit subjektiver Erinnerung. Seine rund 800 weltweit gesammelten Sandproben bilden ein visuelles Archiv, das über reine Dokumentation hinausgeht. Am Polarisationsmikroskop entwickelt er Bildkompositionen, in denen Licht und Filter gezielt eingesetzt werden, um spezifische Farb- und Strukturmerkmale der Sandkörner sichtbar zu machen. Diese sind nicht nur ästhetisch prägnant, sondern geben auch Hinweise auf ihre mineralische Zusammensetzung und ermöglichen Rückschlüsse auf den jeweiligen Fundort. Die Arbeiten zeigen Sandkörner nicht als neutrale Objekte, sondern als komplexe Formationen, deren Farben, Strukturen und Lichtbrechungen an abstrakte Malerei erinnern. Sichtbar wird ein geologisches Archiv, geprägt von Millionen Jahren Verwitterung, Bewegung und Transformation. Ausgangspunkt ist ein Vers von William Blake (1757–1827), der das Kleine als Spiegel des Großen begreift und hier in eine zeitgenössische Bildpraxis überführt wird. Mit der partizipativen Filmarbeit Ingrained erweitert Max Seeger diese Perspektive um eine raumgreifende Dimension. Die Installation verschiebt den Blick vom einzelnen Korn hin zu größeren Zusammenhängen. Digitale Bildräume verbinden sich mit dokumentarischen Elementen zu einer visuellen Erzählung, die den Stoff in seinen globalen Verflechtungen sichtbar macht. Diese künstlerischen Annäherungen an Sand stehen in deutlichem Kontrast zu seiner alltäglichen Nutzung als Rohstoff. Als Siliciumdioxid zählt er zu den meistverwendeten Ressourcen der Erde und bildet eine zentrale Grundlage moderner Technologien und Infrastrukturen. Er ist Ausgangsmaterial für Mikrochips, Smartphones, Solarzellen und optische Produkte und zugleich unverzichtbar für Bauprozesse, von Betonherstellung bis hin zu Landaufschüttungen und Küstenbefestigungen. Dabei ist Sand kein universell einsetzbares Material, seine spezifischen Eigenschaften entscheiden über seine Verwendbarkeit. Mit der global steigenden Nachfrage wird Sand zunehmend zu einer knappen und umkämpften Ressource. In den vergangenen 20 Jahren sind die Preise um bis zu 6500 Prozent gestiegen. Der intensive Abbau führt vielerorts zu erheblichen ökologischen Schäden, insbesondere durch die Zerstörung von Uferzonen und Stränden, und verschärft zugleich die Gefährdung von Küstenregionen durch den steigenden Meeresspiegel. Eröffnung am Freitag, den 10. Juli 2026, 19-21 Uhr In Anwesenheit der Künstler
Die Galerie CAMERA WORK präsentiert vom 11. Juli bis zum 29. August 2026 eine Ausstellung mit 30 ausgewählten Werken von Michel Comte. Diese geben einen kuratierten Einblick in das fotografische Werk des multidisziplinär arbeitenden Künstlers, der zu einem wichtigen Gestalter des visuellen Zeitgeistes des späten 20. Jahrhunders zählt. Michel Comtes Arbeiten dokumentieren eine Ära des wahrhaften Sehens, noch unberührt vom Einfluss künstlicher Bildbearbeitung. Mit starken Kontrasten in der Lichtgebung schuf der Künstler in den 1980er und 1990er Jahren weltberühmte Fotografien – darunter der Akt von Carla Bruni sowie ein Porträt von Louise Bourgeois –, die die Essenz seiner Protagonisten roh und wahrhaftig beschrieben. Seine Porträts von Jeremy Irons, Geraldine Chaplin, Iggy Pop, Helena Christensen oder Mike Tyson, die ebenfalls in der Ausstellung eingebunden sind, zählen zu stilprägenden fotografischen Werken jener Dekaden. Die Ausstellung wurde aus Vintage Prints aus der Sammlung der Galerie CAMERA WORK sowie Editionsarbeiten der ÉDITIONS COMTE in Kollaboration kuratiert. Michel Comte (*1954 in Zürich) absolvierte zunächst eine Ausbildung in der Restaurierung zeitgenössischer Meisterwerke. Nach einem entscheidenden Auftrag von Karl Lagerfeld im Jahr 1980 entwickelte sich Comtes Fotografie, unter Leitung der legendären Franca Sozzani von der Vogue Italia, als maßgebliches Dokument eines aufkeimenden Celebrity-Kults. Dazu zählten Musiklegenden wie Miles Davis und Frank Zappa, Filmikonen wie Catherine Deneuve und Nicole Kidman, Künstler wie Jeff Koons sowie die einflussreichsten Supermodels dieser Ära. Parallel hat Michel Comte seine Stimme und Reichweite stets genutzt, um die Lage der Menschheit zu dokumentieren. Dieses Engagement zeigt sich in seiner umfangreichen Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes in weltweiten Konfliktgebieten, seinem vielbeachteten HIV/AIDS-Aufklärungsprogramm Save Safe Sex sowie seinem Einsatz für den Umweltschutz durch die Water Foundation und Installationsarbeiten. Michel Comte 11. Juli - 29. August 2026 Galerie CAMERA WORK
Seit über 15 Jahren malt der britische Künstler Phelan O’Hara (*1940) Kinderbilder. Die naiven, mit unbeholfenem Strich auf kleinen Zetteln und dünnem Papier eher beiläufig, als reine Beschäftigung von Kindern gefertigten Zeichnungen üben eine Faszination auf ihn aus, der er mit der Fragestellung begegnet: Was passiert, wenn man eine Kinderzeichnung in ein größeres Format überträgt? Bei der Werkserie, die unter dem Titel Towards Childhood erstmals ausgestellt wird, handelt es sich jedoch nicht um einfache Kopien von bestehenden Zeichnungen. Vielmehr sind O’Haras Bilder eigene Kompositionen aus für Kinderzeichnungen übliche, stereotype Formen und Anordnungen: Der stilisierte Baum unter einer gelb-runden Sonne, Menschen und Tiere mit ihren Strichbeinen, die den unteren Rand des Formats, der den Boden symbolisiert, bevölkern und in Häusern mit dreieckigen Dächern leben. All das kommt ohne perspektivisch realistische Darstellung aus und wird auf die nötigsten Elemente und Farben reduziert. Die fast primitive Einfachheit der Darstellung in der kunsthistorischen Tradition der Art brut ist das von O’Hara angestrebte (doch bisher noch unerreichte) Ziel. Phelan O’Hara imitiert die prä-alphabetische Bild-Sprache, in der Kinder Gesehenes und Erlebtes festhalten, und ergänzt die Motive durch eigene Elemente. Er wird von einem englischen Märchen, der Einrichtung einer Urlaubsunterkunft oder Zitaten aus berühmten Songs wie „House of the Rising Sun“ inspiriert – in der Tür des House of many colours erscheint die gestrenge Gestalt der Mutter, die ihrem Sohn im New Orleans der 1960er Jahre eine Jeans näht. Der für O’Haras Œuvre bezeichnende Humor verbindet sich mit seinem Wissen um Vergangenes und seinem Bewusstsein für ihn umgebende, alltägliche Situationen. Gleichzeitig ist die Arbeit mit Farbe und teilweise Collage auf Leinwand für O’Hara eine erneute Annäherung an eine Art der Malerei. Durch die Wahl der Mittel überträgt er die Zeichnungen in ein neues Medium und erreicht ihre Legitimation als Kunstwerk. Der Künstler wird zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 09. Juli, anwesend sein. Phelan O'Hara – TOWARDS CHILDHOOD 09. – 31. Juli 2026 Galerie Michael Haas
Mit Arbeiten von Maxwell Dunlop, Marie Louise Elshout, Armando Mariño, MASCH und James Johnston versammelt die Ausstellung „The Space Between“ vom 3. Juli bis zum 15. August 2026 internationale Positionen aus den USA, Kuba, den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland. Zwischen Traum, Erinnerung und Atmosphäre entstehen sehr unterschiedliche Bildwelten: die stille, filmische Malerei des amerikanischen Künstlers Maxwell Dunlop, die poetischen hybriden Figuren der niederländischen Künstlerin Marie Louise Elshout sowie das großformatige Interieur des Exilkubaners Armando Mariño, dessen leuchtendes Licht und künstliche Eleganz zwischen Verführung und Isolation oszillieren. Ergänzt werden diese Arbeiten durch die feinen Papierarbeiten von MASCH, die mit ihrer Leichtigkeit und Klarheit die besondere Stimmung des Sommers aufnehmen, sowie durch die intuitive und fragile figurative Malerei des britischen Musikers und Künstlers James Johnston. With works by Maxwell Dunlop, Marie Louise Elshout, Armando Mariño, MASCH and James Johnston, the exhibition The Space Between, on view from July 3 to August 15, 2026, brings together international artistic positions from the United States, Cuba, the Netherlands, Great Britain and Germany. Between dream, memory and atmosphere, very different visual worlds emerge: the quiet, cinematic paintings of American artist Maxwell Dunlop, the poetic hybrid figures of Dutch artist Marie Louise Elshout, and the large-scale interior by Cuban exile artist Armando Mariño, whose luminous light and artificial elegance oscillate between seduction and isolation. These works are complemented by MASCH’s delicate paper works, whose lightness and clarity reflect the particular atmosphere of summer, as well as by the intuitive and fragile figurative paintings of British musician and artist James Johnston. Beitragsbild: MASCH, PLAYING SPECIES
Overview: BBA Gallery presents While the Shadows Dream Upright, a debut solo exhibition by French photographer Pierre-Yves Cruaud, joint 1st Prize Winner of the 2025 BBA Photography Prize. On view from July 4 to August 1, 2026, the exhibition presents two interconnected photographic series that challenge our perception of reality, memory, and the nocturnal landscape. About the Exhibition: In While the Shadows Dream Upright, Cruaud explores the night not merely as an absence of light, but as a fertile psychological space where memory and reality blur. Drawing formal inspiration from minimalist painting, Cruaud's highly precise compositions isolate fragments of the world as daylight recedes, capturing the transition where the familiar becomes strange and poetic.
Overview: BBA Gallery is pleased to announce Three Chords & Two Cameras, a duo exhibition bringing together the works of American photographer Michael Grecco and German photographer Per Schorn. Running from July 4 to August 1, 2026, the exhibition offers a profound visual dialogue on the punk and alternative music subcultures, exploring the medium of photography as both a witness to public rebellion and an intimate space for personal ritual. About the Exhibition: The exhibition juxtaposes two distinct eras, geographical landscapes, and photographic methodologies. Michael Grecco’s Days of Punk series provides an aggressive, firsthand documentary account of the late 1970s and 1980s Boston music scene. Capturing legendary artists on stage and behind the scenes, Grecco’s high-contrast, kinetic imagery embodies the raw energy, sound, and defiance of a movement breaking away from societal norms. In contrast, Per Schorn’s The Photo Booth Book shifts the focus from the chaotic public stage to a controlled, highly democratic space. Over several years, Schorn traveled with a mobile, analog-style photo booth, inviting over 400 musicians and figures from the international punk community to step inside. The resulting unscripted, self-directed portraits strip away the performance persona, offering a raw, quiet look into the individuals who form the backbone of the alternative scene. Together, Three Chords & Two Cameras investigates the dual nature of subculture photography: one lens turned outward to document a collective cultural shift, and the other turned inward to capture its human essence. Exhibition Details Dates: July 4 – August 1, 2026 Opening Reception: Saturday, July 4, 18:00 – 21:00 Location: BBA Gallery, Köpenicker Str. 96, 10179 Berlin, Germany Admission: Free
Die Galerie Thomas Schulte präsentiert „A Moment in Time: Drawings 1991–1992“, eine Einzelausstellung von Allan McCollum. Die Ausstellung zeigt neun Collections of Drawings und umfasst insgesamt 570 Einzelwerke aus McCollum’s Drawings Serien, einem Werkkomplex, der zu den bedeutendsten seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit Massenproduktion und Individualität zählt. Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Galerie widmet sich der Raum in der Potsdamer Straße dem historischen Werk eines Künstlers, den die Galerie seit ihrer Gründung im Jahr 1991 vertritt und der ihr konzeptionelles Programm seitdem maßgeblich geprägt hat.
Mit Just Looking zeigt die Galerie Thomas Schulte eine Einzelausstellung von Richard Deacon mit neuen Drucken und großformatigen Keramikskulpturen. Die vielfältigen Serien unterstreichen Deacons Vorliebe für Variation, seine sich weiterentwickelnden Konstruktionsmethoden und seinen systematischen Umgang mit dem Material. In glasierter Keramik, Digitaldrucken auf Polyester und lackiertem Stahl treten unterschiedliche Oberflächenqualitäten hervor, die jedem Werk einen eigenen Charakter verleihen: mit unterschiedlichen Graden an Mattheit und Glanz, abwechselnd glatt und rau, offen oder geschlossen, scheinbar flach oder ausgesprochen voluminös. Während am Boden liegende Keramikskulpturen auf unsicherem Untergrund zu wanken scheinen, stehen andere hoch und fest verankert da. Trotz ihrer bewusst offenen Formensprache und der Vielzahl möglicher Assoziationen scheinen die Arbeiten eine Frage an die Betrachtenden zu richten – oder vielmehr einen gedanklichen Impuls auszulösen – eine Aussage, deren Bedeutung bewusst in der Schwebe gehalten wird und die auf eine abschließende Auflösung verzichtet.
The Nudes of Istanbul ist eine Gruppenausstellung mit begleitender englischsprachiger Fotopublikation über eine vierzehnjährige kollektive Praxis künstlerischer Aktfotografie aus Istanbul. Die Ausstellung wird vom 3. bis 19. Juli 2026 in der Die Akt Galerie Berlin gezeigt. Die Eröffnung findet am Freitag, 3. Juli 2026, um 19:00 Uhr statt. Kuratiert wird das Projekt von dem in Berlin lebenden Fotografen und Kurator Burak Bulut Yıldırım. Die Ausstellung bringt vierzehn türkische Fotografinnen und Fotografen zusammen, die aus einer langfristigen, kuratorisch geleiteten Studiopraxis in Istanbul ausgewählt wurden. Fünf der teilnehmenden Fotograf*innen sind Frauen. Alle Arbeiten entstanden in den vergangenen vierzehn Jahren in Istanbul, viele mit türkischen Modellen aus der künstlerischen Aktfotografie. Der Ort ist dabei kein neutrales Detail: Das Projekt ist in einem gesellschaftlichen Umfeld entstanden, in dem die öffentliche Sichtbarkeit von Aktbildern zunehmend schwieriger geworden ist. Die Ausstellung macht daraus kein Spektakel, sondern behandelt diese Bedingung als Teil der Entstehungsgeschichte der Arbeiten. Das begleitende englischsprachige Fotobuch ist nicht als einfacher Ausstellungskatalog konzipiert, sondern als eigenständige Publikation. Es enthält ein Vorwort und einen ausführlichen kuratorischen Essay von Burak Bulut Yıldırım, eine historische Verortung der Aktfotografie in der Türkei, sechs Kategorien des fotografierten Körpers — Surface, Matter, Opacity, Rooms, Duration und Self-Possession — sowie Texte von drei Modell-Autor*innen: Zeynep Renda, Su Yeşil und Marmelat. Die Modell-Autor*innen sind ein zentraler Bestandteil des Projekts. Ihre Texte verschieben das Modell von einer stillen Bildfigur zu einer sprechenden Position innerhalb der Praxis. In The Nudes of Istanbul ist der fotografierte Körper nicht nur ein Motiv, sondern gehört zu einer Person, die eingewilligt, posiert, gewartet, sich bewegt und den Raum mitgetragen hat. Die teilnehmenden Fotograf*innen sind Adem Tayfun Eser, Burak Özcan, İbrahim Cem Özoral, Didem Ergezer, Enis Onur, Mehmet Akif Yalın, Mehmet Naci Demirkol, Mertkan Hergül, Meryem Aydın, Neslihan Bilginer, Nevra Topalismailoğlu, Ozan Dengiz, Selda Bal Coşar und Umut Altun. The Nudes of Istanbul besteht auf der Aktfotografie als kamerabasierter künstlerischer Handlung: ein realer Körper, reales Licht, reale Materialien, ein Raum, ein Modell und klare Einwilligungen. Kein Ausstellungsbild ist KI-generiert. KI-Training und synthetische Bildverwendung sind im schriftlichen Rechte- und Einwilligungsrahmen des Projekts ausdrücklich ausgeschlossen. Ausstellungsort: Die Akt Galerie Krossener Str. 34 10245 Berlin Laufzeit: 3.–19. Juli 2026 Eröffnung: Freitag, 3. Juli 2026, 19:00 Uhr Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 15:00–19:00 Uhr Eintritt: frei Pressekontakt: info@burakbulut.info Projektseite: https://burakbulut.org/the-nudes-of-istanbul
Dolores Flores presents a variety of works in the exhibition "Optimism - Flashback" with the paper figures "the beer people", in the a.i.p. galerie and project space. Dolores Flores is an interdisciplinary artist, poet and musician of Mexican American / German descent. Born in Berlin 1964, raised in Northern California, U.S.A. Since 1983 living and working in Berlin and Lower Saxony, Germany. The work of this interdisciplinary artist encompasses audiovisual spatial installations, sculptures, light objects, and video works, as well as vocal performances and the music project "The Unfamiliarnaires." Her works are held in various private collections around the world and have been exhibited in galleries, museums, institutions, and project spaces. Regardless of the chosen medium, aesthetics and a contemplative quality are central to her work. Die Evolution der „Beer People“: Vom Kneipenzufall zum Kunstkonzept The narrative and contemplative aspect is a central theme for her, with a focus on observing society and its evolution in our time. With an emphasis on an optimistic perspective, individuality and development within the personal sphere are additional key themes. The story behind the creation of the paper figures “The beer people” from Dolores Flores. Dolores Flores, a sculptor who has been creating her works in wood since 1986, created these figures by chance in an old Berlin beer bar in the late 90s after a band rehearsal. The inspiration came from a tissue paper ring—the drop catcher that is attached to the bottom of a freshly tapped beer glass to absorb the foam drippings, called a "Tropfenfänger," a German tradition in beer culture. As a sculptor, she found this fragile material very interesting, and while playing around with this tissue paper ring at that moment, the "beer people" came to life. Their name originates from the material and the origin where they were created. What started by chance has now evolved into a complete artistic concept. Each figure is an original, folded and torn, where the excess paper is removed and then folded into form. These figures are created out of one single tissue paper ring; there are no additional components other than the toothpick attached to the backside for stability. These figures are not a copy of origami; they are an authentic creation by Dolores. Zwischen Kontemplation und Digitalisierung: Eine Gesellschaft voller Hoffnung All of these small figures, female or male, have their own expressions, poses, movements, and characters. These figures are full of individuality, though made out of the exact same valueless material. Over 8,500 figures have been produced, and for every exhibition, a new generation is created for diverse works, such as multimedia installations, luminescent object boxes, photographs, and video works. Dolores Flores integrates lyrics from her songs, which are translated into binary number code, symbolizing our computerized and digitalized era. The “beer people“ figures represent a hopeful, confident, and idealistic society believing in gender equality and individuality, searching for new solutions and perspectives, and promoting freedom of thought and action. They question society’s value system, invoking contemplative thoughts and ideas as a chance for a process of regeneration in a complicated world. The unfolded tissue paper rings represent the masses that are thoughtlessly waiting, just existing as piled material in orderly rows. With this contemplative concept, these paper figures function as a playful expedient supporting the narrative aspect of observation, society, and creative expression. Der erzählerische und kontemplative Aspekt ist für sie ein zentrales Thema, wobei der Fokus auf der Betrachtung der Gesellschaft und ihrer Entwicklung in unserer Zeit liegt. Individualität und Entwicklung im persönlichen Raum sind weitere zentrale Themen. Vernissage Donnerstag, den 02. Juli 2026 von 15-19 Uhr !
Die Galerie Barbara Thumm präsentiert die erste Einzelausstellung von Helcio Barros in Deutschland. Helcio Barros ist ein bildender Künstler und Schriftsteller, geboren 1956 in Rio de Janeiro, der heute in São Paulo lebt. Seine künstlerische Laufbahn begann Anfang der 1980er Jahre – einer Zeit, die sowohl von der Demokratisierung Brasiliens als auch von der internationalen Etablierung der Malerei als Ausdrucksmedium geprägt war. In diesem Kontext widmete sich der ehemalige Beamte dem Zeichnen und studierte Filmwissenschaft an der Universität. Sein Weg in die Kunst verlief kontinuierlich: Auch wenn er von der Kunstszene lange kaum wahrgenommen wurde, schuf er zwischen seinen beruflichen Verpflichtungen kleine Zeichnungen und nahm an Einzel- und Gruppenausstellungen teil. Vier Jahrzehnte trennen diesen Anfang vom Jahr 2026. Im Rahmen der 36. Biennale von São Paulo wurde sein Werk in einer Hommage des Kollektivs Vilanismo gewürdigt, das seine Meisterschaft und Hingabe ehrte – als Akt historischer Wiedergutmachung gegenüber einem Künstler, der sie bis heute inspiriert. Em torno do Aleph (Rund um Aleph) ist seine erste Ausstellung in Deutschland. Der Titel bezieht sich auf Jorge Luis Borges’ ikonische Erzählung „El Aleph“ (Das Aleph) aus dem Jahr 1945. Das Aleph ist ein geheimnisvoller Punkt, der alle anderen Punkte des Universums zugleich enthält und es dem Betrachter ermöglicht, die gesamte Erde gleichzeitig aus jedem Blickwinkel zu sehen. In gewisser Weise spiegelt dies die kontinuierliche und umfassende Praxis wider, die Barros im Laufe seines Schaffens entwickelt hat. Um das Aleph herum befindet sich Sankofa. Um die Angst, dass nichts mehr übrigbleiben könnte, das Überraschung oder Freude hervorruft, steht die Handlung des Zurückkehrens, um das wiederzuerlangen, was vergessen oder verloren wurde. Um das Gefühl einer Wiederkehr, die niemals endet, oder die Unmöglichkeit, sich von allem Gesehenen zu befreien, flüstert der Sankofa-Vogel weiterhin: „Erinnere dich, erinnere dich.“ (1) Und zwischen Aleph und Sankofa, genau dazwischen, befindet sich das Werk von Helcio Barros: eine Poetik, die bereits vorhanden war, als sie entdeckt wurde; eine Malerei, die den Ausdruck der 1980er Jahre für sich beanspruchte, noch bevor dieses Paradigma vollendet war, und es erneut öffnete, um die vielfältigen Alephonten und Superalephonten einzuschließen. Text: André Pitol Helcio Barros - Em torno do Aleph 27. Juni 2026 – 01. August 2026 Galerie Barbara Thumm
Künstler*innen Lely Constantinople, Martina Fornace, Claire Packer, Antonia Tricarico TRACE ist eine Ausstellung über flüchtige Momente und Gesichter, Orte und Fragmente. Sie erzählen Geschichten, die über das unmittelbar Sichtbare hinausgehen. Im Kern wird die menschliche Präsenz und unsere Beziehung zu Orten untersucht: wie wir in Räumen existieren, wie wir Spuren hinterlassen und wie unsere Umgebung die Abdrücke unseres Daseins bewahrt. Diese Ausstellung schafft durch Porträts, Landschaften und Mischtechniken einen Dialog zwischen Menschen und den Orten, an denen sie leben oder denen sie manchmal entfliehen. Vier in Washington, D.C./Maryland ansässige Künstler*innen bringen unterschiedliche Perspektiven in diese Erkundung ein, vereint durch gemeinsame Themen wie Erinnerung, Präsenz und zurückgelassene Spuren, doch ihre Ansätze variieren dramatisch: Einige sind roh und direkt, während andere vielschichtig, abstrakt oder bewusst zurückhaltend sind. Dieser Widerspruch spiegelt wider, wie sich Erinnerung und Bedeutung je nach Perspektive und Zeit verschieben. TRACE untersucht zudem die Verbindungen zwischen verschiedenen fotografischen Verfahren – von traditionellen Silbergelatineabzügen bis hin zu experimentellen Solarplatten, von intimen Cyanotypien bis hin zu zeitgenössischen digitalen Arbeiten. Jedes Verfahren hat seine eigene Beziehung zu Zeit und Beständigkeit und spiegelt wider, wie unterschiedlich wir Dinge erleben und in Erinnerung behalten. Handgefertigte Bücher laden zu einer nahen, persönlichen Erfahrung ein, während größere Abzüge Raum und Aufmerksamkeit einnehmen. Die Ausstellung bietet den Betrachter*innen Raum, zur Ruhe zu kommen und noch einmal hinzuschauen, die emotionalen Facetten des Alltags zu betrachten und zu erkennen, wie Menschen und Orte Geschichten in sich tragen, die oft unerzählt bleiben. Ausstellungsprogramm Samstag, 27. Juni 2026, 18 Uhr Vernissage im Neurotitan DJ Holly Hunted 22 Uhr Afterparty im Eschschloraque Rümschrümp DJs Alec MacKaye & Jerry Busher (Washington, D.C.) Alec MacKaye (Hammered Hulls, The Faith etc) & Jerry Busher (Shadow Riot, Fugazi etc.) legen ihre Lieblingssongs aus der Plattensammlung von Bert Queiroz auf. Eintritt frei. Sonntag, 28. Juni 2026, 16-21Uhr im Neurotitan Meet The Artists – Künstler*innengespräch DJs Mr. Cigarette Butt & Special Live Performance | Gespräch: 18 Uhr Meet the Artists: Make Noise, Leave Traces. mit Lely Constantinople, Martina Fornace, Claire Packer & Antonia Tricarico Moderation: Rebecca Lilliecrona *Gespräch in englischer Sprache* Vier amerikanische Künstler*innen, die in der Hardcore-Punk- und Underground-Kunstszene von Washington, D.C. verwurzelt sind, werden anlässlich ihrer ersten Ausstellung außerhalb der USA zu einem Künstler*innengespräch zusammenkommen. Die Fotografien von Lely Constantinople, Martina Fornace, Claire Packer und Antonia Tricarico sind in zahlreichen Privatsammlungen und Institutionen wie der Smithsonian Institution vertreten sowie in Publikationen wie der Washington Post und „Girlgaze“ (Rizzoli). Die Künstler*innen haben mit Labels wie Tolotta Records, Dischord Records, Kill Rock Stars und zahlreichen Musiker*innen zusammengearbeitet. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen die Werke, ihre ursprünglichen Beweggründe, Fotografie als Kunstform zu betreiben sowie die Art und Weise, wie sie Atmosphäre, Emotionen und Stimmungen einfangen kann, die über das unmittelbar Sichtbare hinausgehen. Darüber hinaus befasst sich das Gespräch mit den Herausforderungen des Lebens und Arbeitens in Washington, D.C. – einer Stadt, die derzeit im Zentrum des politischen Diskurses steht und weitreichende Auswirkungen auf Künstler*innen weltweit hat. Es beleuchtet die Komplexität des Schaffens in einer Stadt, die zugleich kreativ und schnelllebig ist und stark von der Politik geprägt wird, insbesondere vor dem Hintergrund einer vorherrschenden rechtsgerichteten Agenda. Samstag 04. Juli 2026, ab 14 Uhr Hoffest im Haus Schwarzenberg Engagierte Kollektive, ansässige sowie internationale Akteur*innen und Künstler*innen schreiben dem Hoffest ihre Geschichten ein – gemeinsam schaffen wir Bündnisse für künstlerische Präsenz und Teilhabe, einen Ort der Gemeinschaft im Haus Schwarzenberg. Dafür legt das Hoffest die Fährte auf Vielfalt: Starke Netze entstehen durch eine Ausstellung, partizipative Workshops, Soli-Küche, ein Spielfeld für Performances und nicht zuletzt das lebendige Wirken der Hausgemeinschaft, das die Live-Acts in abenteuerliche Klangfarben von Liebe, Chaos und künstlerischer Freiheit tauchen. Schwarzenberg e.V. | Neurotitan | Eschschloraque Rümschrümp Kino Central | Many Tentacles | SNIPER Soli-Küche: Vétomat, Homeless Veggie Dinner, Radio Bandito Performance: Ravingmadcarlos DJs: Martin Long and Dævə LIVE: Red Money | Oum Shatt | Alpha Zen Taurï
Zwischen Präzision und Prozess: Fünf Perspektiven zur Neuverhandlung bildnerischer Wirklichkeiten Die Ausstellung EDITION 5 bringt fünf künstlerische Positionen zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Konstruktion und Dekonstruktion von (Bild-)Räumen auseinandersetzen. Im Spannungsfeld zwischen architektonischer Klarheit, fotografischer Präzision, malerischer Freiheit und materieller Vielschichtigkeit untersuchen die Künstler, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und künstlerisch neu ordnen. Während Mark Hellmann und Claire Kaufmann in ihren fotografischen Arbeiten die Welt präzise beobachten und das Vorgefundene durch Lichtkomposition und handwerkliche Reduktion in eine neue, klare Ordnung überführen, wählen Angelika Richter und Nina Hainmüller den Weg der prozesshaften Abstraktion. Hier entstehen Bildräume nicht durch starre Planung, sondern durch den unmittelbaren Farbauftrag und das Zulassen organischer Strukturen. Franck Schmidt-Husson bricht diese Pole schließlich durch seine vielschichtigen Collagen auf, in denen er Fragmente der Realität dekonstruiert und die materielle Schichtung selbst zum Bedeutungsträger macht. So wird EDITION 5 von einer bloßen Werkschau zu einer Untersuchung über die Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung: von der bewussten Setzung bis zum gelenkten Zufall, von der dokumentarischen Stille bis zur expressiven Bewegung. Sichtbar werden hier vielfältige künstlerische Zugänge, die Wirklichkeit im geschaffenen Werk hinterfragen, transformieren, ordnen und im Prozess des Schaffens immer wieder neu aushandeln. Vernissage: Freitag, 26.06.2026 | 18:00 – 22:00 Uhr Die Ausstellung kann am Tag der Vernissage berets ab 11:00 Uhr besucht werden. Ausstellungszeitraum: Fr, 26.06. – So, 28.06.2026 Öffnungszeiten: Freitag: 11:00 – 22:00 Uhr Samstag/Sonntag: 11:00 – 20:00 Uhr Veranstaltungsort: Galerie Zimmer48 Zossener Straße 48 10961 Berlin-Kreuzberg
Die koreanische Künstlerin Jainem Jeong überlässt ihre Leinwände dem Wattenmeer: Gezeiten, Salz und Schlick hinterlassen Farben und Strukturen, die niemand von Hand erzeugen könnte. Ihre skulpturalen Abformungen aus traditionellem Maulbeerpapier nehmen Baumrinden auf – gefasst mit Pigmenten, die Jeong selbst aus Pflanzen und Erden herstellt. Der Berliner Bildhauer Frank Markowski formt von Hand: Steinzeug, Pulp, in Bronze gegossen – organische Objekte, die berührt werden wollen, und auf ihren Sockeln Worte tragen, die Gedankenräume öffnen. Das Sinnliche entführt in Ahnungen. Der Berliner Klangkünstler Bodo Hartwig erschließt Räume über das, was in ihnen klingt. Seine Freifeldaufnahmen und Installationen legen akustische Schichten frei, in denen Naturprozesse und menschliche Eingriffe sich überlagern. Eines seiner Objekte wartet, bis jemand den Knopf hinter der Leinwand drückt.
Galerie Mazzoli freut sich „In between", die erste Einzelausstellung des französischen Künstlers Jonathan Binet in Berlin, zu präsentieren und zur Vernissage am 26. Juni 2026 um 19 Uhr einzuladen. Die Ausstellung vereint eine konzentrierte Auswahl neuerer Werke und bietet Einblick in eine künstlerische Praxis, die sich durch ein fortwährendes Aushandeln zwischen Intention und Zufall, Entscheidung und Ungewissheit entfaltet. Obwohl die Malerei im Zentrum von Binets Arbeit steht, versteht er sie weniger als die Ausführung eines im Voraus festgelegten Bildes, sondern vielmehr als einen Prozess des Beobachtens, Auswählens und Reagierens auf das, was während des Entstehens sichtbar wird. Wie der Künstler selbst bemerkt hat, interessiert ihn besonders die Lücke zwischen einer ursprünglichen Idee und dem fertigen Werk. Ausgehend von einer Richtung, die oft nur teilweise definiert ist, lässt Binet dem Unvorhersehbaren bewusst Raum. Zufällige Spuren, beiläufige Gesten, Überreste vorheriger Handlungen und Elemente, die sich seiner unmittelbaren Kontrolle entziehen, werden häufig zu den lebendigsten Bestandteilen seiner Arbeiten. Anstatt diese Erscheinungen zu korrigieren oder zu unterdrücken, schenkt er ihnen besondere Aufmerksamkeit und erlaubt ihnen, den Prozess umzulenken und das Ergebnis mitzugestalten. Mit Jonathan Binets erster Einzelausstellung in der Galerie Mazzoli Berlin hebt „In between" eine künstlerische Praxis hervor, die Unsicherheit als produktive Bedingung begreift. Die Werke laden die Betrachter:innen dazu ein, denselben Raum von Aufmerksamkeit und Zögern zu betreten, aus dem sie hervorgegangen sind – einen Raum, in dem Wahl und Nicht-Wahl untrennbar miteinander verbunden bleiben und Bedeutung fortwährend ausgehandelt statt endgültig festgelegt wird. BIO Jonathan Binet (1984, Saint-Priest bei Lyon, Frankreich) studierte an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris sowie an der École des Beaux-Arts in Saint-Étienne. Zu seinen wichtigsten Einzelausstellungen zählen jene bei Balice Hertling, Paris (2016 und 2024), Spazio ORR, Brescia (2021), Berthold Pott, Cologne (2020), Galerie Stadtpark, Krems (2017), Galleria Mazzoli, Modena (2017), Bonner Kunstverein, Bonn (2015), Carl Kostyál, London (2015), Kunst Halle Sankt Gallen, St. Gallen (2015), Centre d'Art Neuchâtel, Neuchâtel (2014), das Musée d'Art Contemporain de Bordeaux, Bordeaux (2012), das Palais de Tokyo (2012) sowie Gaudel de Stampa, Paris (2011). Im Jahr 2008 wurde er mit dem „Prix des Amis des Beaux-Arts, Prix Gérard Viquel" ausgezeichnet. Zu seinen jüngeren Gruppenausstellungen zählen „Quel jour sommes-nous" bei Tokonoma in Kassel (2022) sowie „Shelter in the folds of the infinite" bei Sans Titre in Paris (2021). Er lebt und arbeitet in Paris.
In today’s world, ‘home life’ has undergone a radical transformation. Homes used to be places of gathering, spaces where families came together, and neighbours were an integral part of our daily lives. Homes were not just places of retreat, but also social hubs. However, with the advancement of digital technologies and increasing globalisation, the concept of ‘living’ has undergone an unprecedented transformation. The idea of social interaction within one’s own four walls has become a utopia, as we are constantly connected yet simultaneously distanced from others. This turning point in living manifests itself in emotional isolation and a loss of community. The exhibition aims to explore this turning point. Through dance and visual art, the isolation and alienation that often characterise modern life are visually represented. Samanta Malavasi is a contemporary abstract painter and installation artist who lives and works in Modena and Berlin. Through multi-layered, monochrome compositions, her works invite reflection on the human condition, transcending differences in language, origin or worldview. The monochrome in her works is not merely an aesthetic choice, but a symbolic act: a single colour that unites and represents humanity as a shared whole. Each of her works invites the viewer to reflect on their own journey, to recognise the traces left behind and received, and to foster a dialogue between the personal and the universal. Her art serves as a reminder that everything – every layer, every trace – transforms into something else, thus creating an endless cycle of transformation and community. Giusy Cirillo is an Italian contemporary dancer and performer based in Berlin and Rome.
Der Begriff Konkrete (auch konstruktive) Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest bei der Gründung der Gruppe Art concret programmatisch für eine Richtung der Kunst festgelegt, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht abstrakt, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, sondern im Gegenteil Geistiges materialisiert, keine symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist. Oliver Jeschke (*1987, Berlin) arbeitete von 2015 bis 2025 mit der Max Bill / Georges Mantongerloo Stiftung (Schweiz). Inspiriert von der Tradition der Konkreten Kunst entstehen Arbeiten, deren Wirkung sich durch Liech und Perspektive fortlaufend verändert. Es werden Gegenstände "für den geistigen Gebrauch" gestaltet (Zitat Max Bill)
Die Exlibris von Elena Kiseleva sind alles andere als Buchzeichen im engen Sinne. Es sind Juwelen der Kleinkunst, Graphiken von einem unwiderstehlichen Charme und Reiz. Die Blätter haben eine sehr geringe Auflage, sie sind quasi Unikate. Die Künstlerin vereint graphische und malerische Techniken. Sie geht aus von Radierungen - die spitze Nadel eignet sich besonders gut für ihre Detailgenauigkeit und Detailbesessenheit - doch manchmal auch von Zeichnungen und coloriert diese. Exlibris - eine eigenständige Form der graphischen Darstellung - sind Beigaben zum Buch, es ist dem Buch »äußerlich«. Dabei charakterisiert es eher den Besitzer des Buches, als dessen Inhalt. Doch die modernen Exlibris begnügen sich nicht damit, nur die Insignien der Besitzer schmuckvoll zur Darstellung zu bringen. Das Buch selbst wird zur zentralen Inspirationsquelle. In den Radierungen von Elena Kiseleva* sind Fantasie und Realität eng miteinander verknüpft. Ungewöhnliche Kombinationen von Gegenständen, Begriffen und Symbolen schaffen einzigartige Welt der Gestalten. Die Radierungen der Künstlerin werden nachträglich handcoloriert. Begehrte Objeke bei Sammlern. Elena Kiseleva ist Preisträgerin internationaler Exlibris Wettbewerbe
Mit ihrem gemeinsamen Livre d‘Artiste „Doppeltes Spiel“ präsentieren Jens und Corinna Rosteck eine außergewöhnliche Verbindung von Fotografie und Poesie, die weit über klassische Kunstformen hinausgeht. Das Geschwisterpaar nutzt seine künstlerischen Medien als Spiegel seiner Beziehung und individuellen Innenwelten, geprägt von einer fast sechs Jahrzehnte langen gemeinsamen Lebensreise. In Langgedichten und Fotoarbeiten lassen die Rostecks ihren Sinnen freien Lauf und verleihen den Resultaten dieses experimentellen Impulses eine bezwingende Form. Ihre Werke, die sie „Gedankenlandschaften“ nennen, sind geprägt von kontrollierter Gestalt und dem Wunsch, sowohl andere zu zeigen als auch selbst gesehen zu werden. Dabei beherrschen sie die Kunst, Gemeinsamkeiten hervorzuheben und Diskrepanzen zu akzeptieren – ein wildes, erfinderisches Spiel, das ihnen Flügel verleiht. Die Inspiration für ihre Arbeiten schöpfen sie aus vielfältigen Lebensstationen, von Ibiza und Nizza bis zu Paris und Berlin. In mediterraner Einsamkeit ebenso wie auf den Boulevards der Metropolen, in der Stille der Wüsten und der Anwesenheit des Meeres. Am Ende eines fortwährenden Such-, Aneignungs- und Kompositionsprozesses breiten sie ihre Körper und Gedanken, ihre Gesichter und poetischen Miniaturen als ambivalente Landschaften vor dem Publikum aus. Das Projekt „Doppeltes Spiel“ ist geprägt von Vorzeigbarkeit, Wortlust und der Preisgabe von Intimität. Die Grenzen zwischen Ich und den vielfältigen visuellen, textuellen und musikalischen Schatten verwischen. Die Künstler nehmen Missverständnisse in Kauf und führen eine riskante Existenz, denn Zurschaustellung von Angriffsflächen und Lesbarkeit von Nähe schließen Verletzlichkeit ein. Als Verführerpaar fragmentieren Jens und Corinna Rosteck ihre Erlebniswelt und locken mit präzisen, selbstreflexiven Collagen, Prosa-Poemen und Wahrnehmungsausschnitten. Emotionale und emphatische, bisweilen erotische Ausgangsmaterialien werden als gewichtige Statements präsentiert. Pathos, Konfrontation und Provokation sind zentrale Elemente ihrer Arbeit. Der Bruder erscheint der Schwester zuweilen als imaginärer Liebespartner, die Schwester ihm als fürsorgliche wie besorgte Partnerin. Beide kennen die Abgründe und Euphorie des Anderen, fertigen Ansichten von Freundinnen, Rivalinnen und Gleichgesinnten an. Überblendtechniken, diffuse Grenzübergänge und verwischte Konturen verweisen auf einen offenen ästhetischen Rahmen. Wirklichkeiten werden durchgespielt, ausprobiert, verworfen, gespiegelt und versöhnt. Das doppelte Belichten überschreibt die Konventionen von Fotografie und Sprache, lädt zum In-sich-Gehen, Sehen, Hinhören und Meditieren ein. „Doppeltes Spiel“ ist eine Einladung, Schönheit festzuhalten und die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen zu erforschen – „lasziv und unvorhersehbar, flirtend und flüchtig, Rücken an Rücken, Stirn an Stirn, Seele an Seele.“ Doppeltes Spiel – Gedankenlandschaften 20.06.2026 – 11.07.2026 Galerie Gondwana
Die Ausstellung widmet sich dem Sommer als kulturell aufgeladenem Erfahrungsraum – zwischen Leichtigkeit und Intensität, Erinnerung und Gegenwart, Naturerlebnis und innerer Reflexion. Der Sommer erscheint dabei als Projektionsfläche unterschiedlichster Bedeutungen: als Zeit gesteigerter Lebensfreude, als Gegenbild zur Winterruhe, aber auch als Moment der Verdichtung von Eindrücken und Emotionen. SUMMER SPECIAL greift diese Spannungsfelder auf und übersetzt sie in zeitgenössische künstlerische Positionen. Beteiligt sind: Catherine Bourdon, Aenne Burghardt (Gast), Christian Ebel, Merit Fakler, Ade Frey (Gast), Gerlind Hentze (Gast), Michael M. Heyers, Kama Jackowska, Michael Koch, Stefan Kraft (Gast), Maviie Mauer, Bodo Niggemann, Kirstin Rabe, Josephine Riemann (Gast), Sandra Schmidt, Sabine Schneider, Helga Wagner, Gerard Waskievitz und Martin Wellmer. Kuratorin: Sabine Schneider | kuratorische Assistentin: Celine Fehler Die Arbeiten eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf den Sommer – von beobachtender Naturstudie über atmosphärische Verdichtung bis hin zu abstrakten und konzeptuellen Zugängen. Gemeinsam entsteht ein vielschichtiges Panorama sommerlicher Wahrnehmung. SUMMER SPECIAL 2026 versteht sich als Einladung an ein interessiertes Publikum, den Sommer nicht nur als Jahreszeit, sondern als kulturelles und emotionales Phänomen zu reflektieren. Eröffnung: 19. Juni 2026, 19:00 Uhr Begrüßung: Sabine Schneider Einführung: Celine Fehler
Mass brings together two bodies of work, Arirang Half (2016/2026) and Body Borders (2023), in an exhibition that asks what borders do to bodies, and what bodies can do to borders. Moving between collective spectacle and intimate trace, between the scale of nations and the scale of a single moving figure, the exhibition offers roam projects as a space for sitting with that question. Arirang Half takes the North Korean Mass Games as its point of departure: a propaganda spectacle involving over 100,000 performers, staged under the name of a legendary Korean folk song shared across both Koreas. The work responds through abstraction, bodily transcription, and phonetic drift. A three-hour video projection in loop shows the artist's body, captured from above and superimposed across multiple frames, composing and dissolving the Mass Games' original texts through movement. A single figure does quietly what the spectacle did with thousands. Alongside it, up to 115 inkjet-printed video stills form a grid that echoes the placards held by thousands of performers, collective ritual refracted into individual gesture. A handbound book completes the installation, rendering the source texts through formal abstraction and semantic slippage: the resulting poetry is nonsensical yet evocative, pointing to the instability of meaning when filtered through cultural and linguistic borders. Arirang Half transforms a symbol of rigid collectivity into an open field for interpretation, foregrounding the body's capacity for ambiguity and resistance. Body Borders commands the gallery at full scale: a 400 × 300 cm drawing made with oil pastel shoes on paper, created through an hour of performative movement across the surface. The accumulated marks evoke landscape, a land mass charted not by surveyor's instruments but by the weight and path of a body. Mass, here, is double: the body as physical fact, the land as political one. The body is not an expressive tool but a negotiating agent, mapping its encounter with space, surface, and boundary through marks that accumulate and overlap. The shoes used in the process are also on view, emphasizing the embodied labor behind every line and the traces that movement inevitably leaves behind. Together, the two works invite viewers to consider how borders, whether national, linguistic, or corporeal, are made, unmade, and remade through movement, translation, and creative action. John Seung-Hwan Lee John Seung-Hwan Lee is a Berlin-based interdisciplinary artist working across drawing, performance, video, and writing. Born in the US and raised in South Korea, he moved to New York where he pursued a master's degree while simultaneously immersing himself in hip hop and breaking culture, two worlds he refused to keep separate. That tension between institutional and vernacular knowledge remains at the core of a practice that activates the entire body as an instrument of mark-making: torso, arms, legs, feet, and head become agents of gesture that blur the boundary between dance, drawing, and writing. Alongside his studio practice, he organizes reading groups and philosophical inquiry, understanding the questions pursued together in dialogue as inseparable from artistic expression. Mass by John Seung-Hwan Lee 20.6 Sat Vernissage 6-9 pm 21.6 Sun, 24-27.6 Wed-Sat 4-7 pm 22-23.6 Mon-Tue by appointment 26.6 Fri Finissage 7-9:30 pm (talk 7 pm)
„Die reale Existenz der dargestellten Gottheit ist irrelevant, die Wirkung beruht auf dem Bündeln der in ihrem Bild enthaltenen psychischen Kräfte. … Dieses kontinuierliche „Speichern“ von Energie vollzieht sich in dem Götterbild durch den Kult, der ihm zuteil wird, durch die Gedankenkonzentration des Gläubigen.“ Alexandra David-Néel „Mein Indien“ Lenka ist diesem Speicherprozess, im Sinne David-Néels, mit ihren Fotos religiöser Orte und Riten auf der Spur. Martins quasi-sakrale Skulpturen aus Fundstücken, darunter Berliner Bombenschutt des Zweiten Weltkriegs, nähern sich dem Thema auf animistische Weise.
Petra Jäger ist als Gestaltungs- und Kunsttherapeutin tätig. Ihre Bilder entstehen aus Eindrücken von, Begegnungen, Träumen und inneren Bildern sowie auch aus Reisen. Sie erzählen teils von surrealen Geschichten und laden dazu ein, in andere Wirklichkeiten einzutauchen. Es geht der Künstlerin um die Verbindung zwischen Mensch und Natur, Sichtbarem und Unsichtbarem sowie Erinnerung an unsere die schöpferische Kraft. Für Petra Jäger sind Kunst und Bewusstsein untrennbar miteinander verbunden – beide eröffnen Räume für Erkenntnis, Wandlung, Lebensfreude und Leichtigkeit. Als autodidaktische Malerin war sie auch Mitglied verschiedener Mal- und Künstlergruppen und beteiligte sich an Gruppenausstellungen in Berlin, München und dieses Jahr auf Sylt. Oliver Heubeck war vor einigen Jahren mit anderen Künstlern auf vielen Malreisen unterwegs. Seine Aquarelle tragen die Leichtigkeit dieser schönen Zeit in sich, Zu sehen sind Bilder aus Florenz, Venedig, Prag und Berlin. Der Malkurs bei Bernhard Vogel hinterließ Spuren. Ergänzt werden die Aquarelle von fließenden Acrylbildern auf Leinwand aus der floralen Welt sowie auch Landschaft und Architektur. Ausgestellt hat er in Dresden, Hamburg, Berlin, Schweiz und New York. Für weitere Stimmung sorgt Joachim Kucza mit Gitarre und Percussion. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag von 15-19 Uhr, Samstag 14-17 Uhr
Der Kunstverein lädt jeden Sommer vier Künstlerinnen und Künstler zur Kunstwoche nach Kleinmachnow ein, um sich von diesem Ort inspirieren und im Arbeitsprozess über die Schulter schauen zu lassen. Eröffnung der 16. Kleinmachnower Kunstwoche: Samstag, 13.6. um 17 Uhr, anschließend ab 18 Uhr Sommerfest in Zusammenarbeit mit KultRaum e.V. im Ausstellungsort Landarbeiterhaus in Kleinmachnow, Zehlendorfer Damm 200 Gastkünstler*innen 2026: Frauke Freese | Grafik, Objekt Lydia Müller | Papierskulptur Marko Raffler | Malerei Luzia Werner | Skulptur Zuschauen erwünscht: Kunstwoche mit »öffentlichem Arbeiten« der Gastkünstler*innen vom 15.-19. Juni täglich 11-18 Uhr am Landarbeiterhaus und in der KunstRemise. Die Potsdamer Künstlerin Lydia Müller wird mit ihrem bevorzugten Medium Papier arbeiten: in komplexen Collagen entstehen Strukturen und halbplastischen Faltungen. Frauke Freese hat nach einer Goldschmiedelehre Metallgestaltung und freie Kunst studiert und bewegt sich künstlerisch zwischen feiner linearer grafischer Abstraktion und filigraner Objektkunst. Im Werk der Malerin Luzia Werner finden sich stilistisch vielfältig neben Bildern auch Objekte und mixed media – und sie ist auch auf dem Gebiet der figurativen Skulptur tätig. Die malerischen Bildräume des Leipziger Malers Marko Raffler suchen eigene Wege zwischen Surrealismus und magischem Realismus. Ausstellung der Gastkünstler*innen vom 15. Juni bis 19. Juli 2026, geöffnet samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und während der Kunstwoche sowie zu den Veranstaltungen von Kultraum.
Die Multi-Media Künstlerin Anne Wodtcke lebt und arbeitet in Berlin. In ihren Interventionen, Installationen und ephemeren Skulpturen verbindet AW physische Materialität mit poetischer Dimension, um Dialoge zwischen Raum, Bewegung und Transformation zu öffnen. Durch Dekonstruktion und Neukontextualisierung von (meist gefundenen) Objekten entstehen Arbeiten, die sowohl eine prägnante physische Präsenz haben, als auch - getragen von humorvoller Leichtigkeit - ein gewisses narratives Potential entfalten. Mit einem spielerischen, experimentellen Ansatz hinterfragt AW in der multimedialen Installation situations ll_2026 - ebenso wie in situations_2024 - die Grenzen von Materialien, sowie die Funktionalität, Symbolik und Wahrnehmung alltäglicher Objekte, wobei sie die Dynamik von Veränderung und Vergänglichkeit erkundet. Vollständige Kontrolle und kompletter Kontrollverlust definieren den Raum des Möglichen und der Zufall ist ein gern gesehener Gast. Mit minimalistischer Poesie eröffnet AW auch dieses Mal einen Raum, in dem das Prinzip der Einfachheit, der Selbstreduktion und Selbstbeschränkung dominiert. Die ausgewählten Materialien fordern das Sehen / die Wahrnehmung heraus, und lassen Raum für Selbstbefragung und Assoziationen, die über das rein Formale und die materiellen Strukturen und Eigenschaften der Exponate weit hinausgehen. In dieser multimedialen, ortspezifischen und ephemeren Installation, mit Raum-Zeichnungen, variierenden Klang-Landschaften (soundscapes) sowie skulptural anmutenden Objekten (readymade materials) und immersiven Videos lädt AW ein unsere gewohnte Wahrnehmung von Raum und Zeit an sich und dessen Durchlässigkeit zu hinterfragen. Durch Hinwendung zu Instabilität, Non-Konformität und Verletzlichkeit verschiebt sich die Beziehung des eigenen Körpers zur Architektur des (Galerie-)Raumes genauso wie sich die Bezüge der Arbeiten im Raum untereinander neu verorten, verlinken und sortieren. Ausstellung 13.06 - 11.07.2026 Vernissage 12.06.2026 18 - 21 Uhr Finissage 11.07.2026 14 - 18 Uhr .
Artists are an integral part of Berlin. Whether you are born and raised here, or now call this city your home, your unique perspective and creative input are what make this place one of the most exciting cities IN THE WORLD! But hey, we’re not biased? As a Berlin-based gallery, BBA has developed the Made in Berlin Art Award to champion our local community. There are no restrictions on the medium or theme of your art, we are simply looking for Berlin-based creatives to be a part of our exhibition at BBA Gallery. 20 artists will be selected. Simply submit 1 work to be considered for the shortlist and to win cash prizes, exhibition opportunities and more! Enter now: https://bba-prizes.com/made-in-berlin-art-award Deadline: 18 May 2026 Midnight CET
Die Galerie Tanja Wagner präsentiert die Ausstellung The First Two Letters of the Alphabet Are Unconditional Love for the World von Ayumi Paul. Die Ausstellung beginnt mit einem Gespräch zwischen Ayumi Paul und Charlotte Wiedemann – Death Doula, Autorin und Leiterin des Bereichs Cultural & Public Engagement bei der Ahorn Gruppe – von 18 bis 19 Uhr. Im Anschluss folgt die offizielle Eröffnung, die bis 21 Uhr andauert. Ayumi Pauls Schaffen entfaltet sich an der Schnittstelle von Klang, Performance, Komposition und Materialität und verwebt persönliche Erfahrung mit historischen und gesellschaftlichen Erzählungen. Der Ausstellungstitel verweist auf die ersten beiden Zeichen der japanischen Silbenschrift, „A" und „I", die zusammen das japanische Wort für Liebe bilden. Liebe wird hier nicht als rein romantisches Gefühl verstanden, sondern als ein weiter gefasster Zustand des Verbundenseins – eine Zugehörigkeit, die alle Formen des Lebens miteinander verbindet. Indem sie zeitliche, geografische und persönliche Grenzen überschreiten, laden ihre Werke uns ein, uns selbst als Teil einer größeren Konstellation von Beziehungen zu begreifen: zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Welten; zwischen irdischem Dasein und kosmischer Bewegung. Begleitend zur Ausstellung und über sie hinaus werden Ayumi Pauls Performances, Projekte und Rituale an Institutionen und Orten gezeigt, darunter Haus am Waldsee, Berlin (Eröffnung 13. Juni 2026, 17 Uhr); Gropius Bau, Berlin (The Singing Project, 14. Juni 2026, 16 Uhr); Hydra School Projects (Eröffnung 21. Juni 2026); Reethaus, Berlin (September 2026); Van Abbemuseum, Eindhoven (September 2026) sowie Sinop International Biennial (September 2026). Ayumi Paul lebt und arbeitet zwischen Athen, Berlin und Kyoto. Ihre multidisziplinäre Praxis umfasst Klang, Performance, Objekte und soziales Engagement. Zu den jüngeren Präsentationen ihrer Arbeit zählen die Sharjah Biennial (2025), das Georg Kolbe Museum, Berlin (2024), der Gropius Bau, Berlin (2023), die haubrok foundation, Berlin (2023), das Auditorium Parco della Musica, Rom (2022), die National Gallery Singapore (2018 und 2021), das SFMOMA, San Francisco (2021), sowie die Kunsthalle Osnabrück (2020). Ihr fortlaufendes The Singing Project, das 2022 während ihrer Residenz im Gropius Bau begann, wurde von der Institution seither aufgegriffen und wird kontinuierlich als langfristige künstlerische und kollektive Praxis weiterentwickelt. Ayumi Paul - The First Two Letters of the Alphabet Are Unconditional Love for the World 12.06.2026 - 01.08.2026 Galerie Tanja Wagner
In TRAUM UND ALBTRAUM treffen die „surrealen Welten“ von HELMA und „Dystopien“ ihres Ehemannes Wolfgang Petrick in der Galerie Poll aufeinander. Wolfgang Petrick gehört zu den Künstlern der ersten Stunde, das Werk von HELMA hat die Galerie erstmals 2025 in einer Einzelausstellung in Berlin und im Rahmen des Programms re:discover auf der Art Karlsruhe ausgestellt. HELMAs Gemälde haben deutliche Bezüge zum Surrealismus, zur Art Brut und zum Magischen Realismus. Mit Träumen, Märchen und Visionen nähert sich die Künstlerin dem Bodenlosen und Abgründigen. In ihren Bildern begegnen den Betrachtern Schlangen, die sich um kahle Äste winden. Kreuze, Totenschädel und brennende Kränze tauchen neben Baumwurzeln und Leitern auf, die zum Himmel emporwachsen. Schlingpflanzen und Dornen, aber auch prächtige Blüten und Herzen sind wiederkehrende Bildmotive. Die häufig in rote oder blaue Farbtöne getauchten Szenerien sind akribisch fein mit dem Pinsel in Öl gemalt. Innen- und Außenwelt, Traum und Realität verschmelzen zu poetisch schönen Gemälden, in denen gleichzeitig Unheil zu lauern scheint. In einigen ihrer Arbeiten nutzt HELMA Grafiken von Wolfgang Petrick als Grundlage und integriert seine Motive in ihre eigenen Kompositionen. Diese „Gemeinschaftswerke“ sowie ein von Wolfgang Petrick gezeichnetes Porträt von Helma, auf dem er seine Frau aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und sich selbst beobachtend darstellt, bilden ein Scharnier zwischen den beiden zeitgleich gezeigten Ausstellungen. Wolfgang Petricks Werk ist in den 1960er und 1970er Jahren eng mit dem Begriff „Kritischer Realismus“ verbunden, einer Kunstrichtung, die zu einer Art Markenzeichen der Kunst in West-Berlin wurde. In den 1980er Jahren löst sich Petrick von dieser Stilrichtung, wobei ihn seine künstlerischen Vorbilder Otto Dix, George Grosz, Max Beckmann oder James Ensor weiter beschäftigen. In den kommenden Jahrzehnten entwickelt Petrick in seinen Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Objekten, Skulpturen und Installationen einen eigenen, teils raumgreifenden Bilder-Kosmos, der sich aus mythischen, christlichen, kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen Quellen sowie aus Nachrichten- und Porno-Magazinen speist. „Lust und Schmerz, Eros und Tod, Zärtlichkeit und Aggression sind eng beieinander liegende und wesensbestimmende Faktoren seiner Kunst, die stets das empfindliche Gleichgewicht zwischen Menschen, Natur und Macht umkreisen und den Betrachter dem Zwiespalt von Emotion und Verstand aussetzen.“ (Werner Hofmann) In seinen meist großformatigen Kompositionen verbindet Petrick verschiedene Bild- und Medienebenen in Schichten und Überlagerungen. Dabei arbeitet er in thematischen Zyklen und an mehreren Werken gleichzeitig. Er kombiniert Öl- und Acrylmalerei mit Zeichnung, collagiert und montiert Materialien, fotografiert diese künstlerische Arbeit, bearbeitet das Foto digital, druckt das digitale Bild auf die Leinwand, um hierauf wieder zu malen oder zu zeichnen. Der Entstehungsprozess eines Bildes kann mehrere Jahre dauern. Biografien HELMA (1940-2025), geboren als Helma Hartmann in Berlin, absolviert von 1959 bis 1961 eine Ausbildung an der Berufsfachschule für Technische Zeichnerinnen. 1964 heiratet sie den Künstler Wolfgang Petrick, 1965 wird die gemeinsame Tochter Nina geboren. 1974 beginnt HELMA zu malen und nimmt noch im selben Jahr ihren Künstlernamen HELMA an. Wolfgang Petrick (1939-2025) studiert von 1958 bis 1965 Malerei an der Hochschule der Künste Berlin (HdK) bei Prof. Werner Volkert und einige Semester Biologie an der FU Berlin. Mit K. H. Hödicke, Markus Lüpertz u. a. gründet er die erste deutsche Produzentengalerie Großgörschen 35 (1964-1968) und mit Bettina von Arnim, Peter Sorge, Joachim Schmettau u. a. die Gruppe Aspekt (1972-1978). 1975 wird er als Professor an die HdK berufen, wo er bis 2007 Malerei lehrt. 1993 wird er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Neben seinem Atelier in Berlin-Kreuzberg betreibt er von 1994 bis 2016 ein Studio in New York. Wolfgang Petrick nimmt 1976 an der documenta 6 in Kassel und 1991 an der Biennale in Venedig teil. Sammlungen Die Werke von HELMA und Wolfgang Petrick befinden sich in namhaften privaten Sammlungen wie der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin und der Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn. Petricks Werke sind in den Sammlungen der Akademie der Künste Berlin, der Berlinischen Galerie, der Neuen Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, der Bundeskunstsammlung und des Woods Art Institute in Wentorf vertreten. Dort fand 2022/2023 eine Retrospektive auf sein Werk statt. Beitragsbild: Wolfgang Petrick, Windsbraut Blau, 2017-2020, Pigmentdruck, Acryl, Öl, Tusche auf Leinwand, 145 x 145 cm TRAUM UND ALBTRAUM Surreale Welten von HELMA (1940-2025) 12. Juni – 1. August 2026 Galerie Poll
Mit dem dichterischen Wortlaut des Ausstellungstitels SPECHT UND BETON IM POLYGON verbindet sich das künstlerische Anliegen, vermeintlich Unvereinbares aus Natur und Forschung, Kultur und Politik, Körper und Psyche, Du und Ich als ein – zumindest für den Augenblick – symbiotisches wie funktionales Gefüge zu erleben. Die beiden Künstler Matthias Bitzer und Dominik Halmer verbindet die Leidenschaft für die Schaffung multidisziplinärer Arbeiten. Für ihre Duoshow verwandeln sie die Galerie in einen geistigen Erfahrungsraum aus Malerei, Skulptur, Wandzeichnung, Text, Icons und OpArtMustern. Matthias Bitzer (*1975 i. Stuttgart) bezieht seine Inspiration aus Kunstgeschichte, Philosophie und Literatur. Einige Arbeiten öffnen sich physisch, um verborgene Schichten freizulegen, und laden den Betrachter zur Interaktion ein. Sie evozieren Erinnerungen und kulturelle Echos und bieten inmitten des heute rasanten Bilderkonsums einen seltenen Raum für Innehalten und Reflexion. Dominik Halmer (*1978 in München) löst sich mit seinen geformten Bildern vom klassischen Tafelbild und reflektiert zugleich dessen Bedingungen der Sichtbarkeit. Der Bildträger erscheint in perspektivischer Verzerrung und unterläuft jede räumliche Stabilität. Schwebende Linien, Tropfen und materielle Spuren erzeugen widersprüchliche Illusionsebenen und stellen die Vorstellung einer eindeutigen Realität infrage. Matthias Bitzer & Dominik Halmer - Specht und Beton im Polygon 12.06.2026 – 28.08.2026 FWR Galerie
Im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin wird mit „Konstellationen“ eine umfangreiche Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Rainer Wölzl gezeigt. Die Präsentation eröffnet einen eindringlichen Blick auf das vielschichtige Werk eines Künstlers, der sich seit Jahrzehnten mit den kulturellen, sozialen und politischen Verwerfungen unserer Zeit auseinandersetzt. Rainer Wölzl, 1954 in Wien geboren, arbeitet heute vorwiegend mit der Technik der Kohlezeichnung. Seine meist großformatigen Arbeiten entstehen auf der Grundlage kunsthistorischer sowie medialer Bildquellen. Motive mit zeitgeschichtlicher und aktueller soziopolitischer Relevanz werden von ihm aufgegriffen und durch Montage in komplexe visuelle Konstellationen überführt, in denen Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus einem langjährig entwickelten Projekt unter dem erweiterten Gedanken eines „Museums der Schatten“. Der Begriff des Schattens fungiert dabei als poetischer wie politischer Denkraum – als Spur des Vergangenen, als Projektionsfläche und als Bestandteil individueller wie kollektiver Erinnerung. Im Zentrum von Wölzls Werk steht ein kontinuierliches Nachdenken über Machtstrukturen, Unterdrückung und deren unterschiedliche Erscheinungsformen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten. Seine künstlerische Praxis versteht sich als Strategie der Aneignung und Transformation: Bildmaterial wird nicht nur zitiert, sondern neu komponiert, verschoben und in einen offenen Bedeutungsraum überführt. Charakteristisch für Wölzls Arbeiten ist ihre Mehrteiligkeit sowie eine rasterartige Struktur, die Distanz schafft und zugleich eine präzise gesellschaftspolitische Reflexion erlaubt. In bewusster Abgrenzung zur visuellen Überflutung digitaler Bildwelten setzen die Werke ein Zeichen gegen geschichtliches Vergessen und für die nachhaltige Kraft des gezeichneten Bildes. Die Ausstellung ist die zweite museale Präsentation des Künstlers in Berlin, nachdem er 2002 im Georg Kolbe Museum mit der umfangreichen Werkserie „Ästhetik des Widerstands“ zu Peter Weiss vertreten war.
Maria Kallaus Werkserie Borderline bewegt sich entlang der fragilen Grenze zwischen zwei Gefühlszuständen des Erwachsenwerdens: Verletzlichkeit und Aggression. Sie zeigt junge Menschen in Momenten, in denen diese Grenze ins Wanken gerät und emotionale Zustände nicht eindeutig zu fassen sind. Was auf den ersten Blick unschuldig erscheint, kann von unterschwelligen Spannungen geprägt sein: von Scham, Begehren oder dem Versuch, Kontrolle auszuüben oder zu behalten. Die Arbeiten fangen flüchtige psychologische Zustände ein, in denen Gefühle noch keinen festen Ausdruck gefunden haben und Identitäten sich erst allmählich herausbilden. Im Zentrum steht die Adoleszenz als Phase der Transformation: ein Lebensabschnitt, der von erhöhter Sensibilität und einer ständigen Suche nach Verbindung geprägt ist. Dieser Zustand wird durch subtile Konfrontationen sichtbar und verdeutlicht sowohl die Komplexität menschlicher Interaktion als auch Verletzlichkeit in Momenten der Unsicherheit. Kallau reflektiert darüber, wie Individuen lernen, sich durch körperliche Reaktionen in einer Welt voller Emotionen zurechtzufinden: wie man berührt, sich zurückzieht oder sich schützt. Sie fängt in ihren Malereien jenen instabilen Zwischenraum ein, in dem Instinkt und Konsequenz einander noch nicht vollständig zu erkennen gelernt haben, in dem Identität durch Experimentieren, Unsicherheit und emotionales Risiko erst noch geformt wird. Kallau arbeitet hauptsächlich mit Ölfarben auf Leinwand. Fotografische Vorlagen dienen ihr als Ausgangspunkt für einen intuitiven Malprozess, in dem sie Szenen kreiert, die zugleich intim wie beunruhigend wirken. Sanfte Farbpaletten sowie subtile visuelle Details stehen der psychologischen Schwere der dargestellten Motive gegenüber; Zärtlichkeit und Unbehagen rücken dabei nah aneinander.
Wer sichtet, erfasst, ordnet und wählt aus. Eva Walker übersetzt diese Prozesse in Zeichnungen und Drucke, in denen gesichtete Informationen durch Überlagerung und Wiederholung abstrahiert und neu verknüpft werden. Die Arbeiten untersuchen die wechselseitigen Beziehungen zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis und Materialität. Ausgangspunkt ist ein von der Künstlerin entwickeltes Formarchiv, das auf Blickbewegungen während der Bildbetrachtung basiert. Darin verwendete unterschiedliche Strichstärken variieren mit der Flüchtigkeit und Konzentration des Blickes. Eva Walker (*1981 in Heidelberg) war Meisterschülerin von Annette Schröter an der HGB Leipzig und ist seit 2021 Leiterin der grafischen Werkstätten an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Sie lebt in Saarbrücken.
Kurator: Hansjörg Schneider Ko-Kurator*innen: Thomas Flierl, Simone Hain Projektleitung: Susanne Mierzwiak Bearbeitung und Rekonstruktion des historischen Bildmaterials: Daniel Lordick Das Ausstellungsprojekt Berlin plant. Stunde Null im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) rekonstruiert und kontextualisiert die historische Ausstellung Berlin plant – Erster Bericht, die 1946 im provisorisch hergerichteten Weißen Saal des Berliner Schlosses den sogenannten Kollektivplan zum Wiederaufbau Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. Zum 80-jährigen Jubiläum soll die Aktualität dieses radikalen städtebaulichen Entwurfs beleuchtet werden. Verantwortlich war ein Planungskollektiv, zu dessen engerem Kreis Stadtbaurat Hans Scharoun, Wils Ebert, Peter Friedrich, Ludmilla Herzenstein, Reinhold Lingner und Herbert Weinberger gehörten. Der n.b.k. erinnert an diese historische Ausstellung, die wegweisende ökologische Grundlagen des Bauens vorwegnahm und partizipatorische Ansätze verfolgte, mit einer begehbaren Rekonstruktion im Maßstab 1:4. Gezeigt werden teils unveröffentlichte Originalpläne und Materialien, zudem wird die wechselvolle historische Rezeption des Kollektivplans zwischen Ablehnung, Verdrängung und Fortwirken reflektiert. Darüber hinaus thematisiert das Projekt den Diskurs um die „Stunde Null“. Der umstrittene Begriff impliziert sowohl die bedingungslose Kapitulation und den totalen wirtschaftlichen und moralischen Zusammenbruch Nazi-Deutschlands 1945 als auch den erhofften Neubeginn ohne die Bürden der Vergangenheit. Parallel zur Ausstellung zeigt der n.b.k. ein Kinoprogramm mit „Trümmerfilmen“ in Kooperation mit dem Babylon, am 20. Juni findet außerdem ein eintägiges Symposium im silent green Kulturquartier statt. Diskursprogramm 11. Juni – 2. August 2026 Filmprogramm im Babylon Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt, Teil II (Volker Heise, 2020); Die Mörder sind unter uns (Wolfgang Staudte, 1946); Imaginäre Architektur – Der Baumeister Hans Scharoun (Hartmut Bitomsky, 1995); A Foreign Affair (Billy Wilder, 1948); Germania anno zero (Roberto Rossellini, 1948); Die Stunde Null (Edgar Reitz, 1977) Mit Gesprächen und Vorträgen von Michael Baute, Volker Heise, Edgar Reitz und Margarethe von Trotta Weitere Infos sowie alle Screening-Termine finden Sie hier Samstag, 20. Juni 2026, 13–20.30 Uhr Symposium im silent green Kulturquartier Gerichtstraße 35, 13347 Berlin Mit Michael Augustin, Ralf Bock, Greg Castillo, Andrea Contursi, Simone Hain, Christa Kamleithner, Christina Lindemann, Philipp Oswalt, Hansjörg Schneider, Axel Zutz, moderiert von Thomas Flierl Weitere Informationen und das volle Programm finden Sie hier: https://www.nbk.org/de/ausstellungen/berlin-plant
Die Galerie Crone Berlin präsentiert die Ausstellung Empty Places, Crowded Hearts, die ein generationsübergreifendes Panorama weiblicher künstlerischer Strategien mit abstrakten oder abstrahierenden Bezügen entfaltet. Dabei werden prägende Positionen der 1970er und 1980er-Jahre mit aktuellen Strömungen in Dialog gebracht. Die gezeigten Arbeiten von Channa Horwitz, Hanne Darboven, Charlotte Posenenske, Sylvie Fleury und Rosemarie Trockel stehen für eine konzeptuelle Durchdringung von Struktur durch serielle Systeme, zeitbasierte Ordnungen und die kritische Reflexion kultureller und materieller Codes. Ihre Praxis hat das Verständnis von Struktur als intellektuelles und gesellschaftliches Prinzip nachhaltig geprägt. Jüngere Positionen wie Ruscha Voormann, Hannah Sophie Dunkelberg, Sophie-Luise Passow, Judith Fegerl und Carola Dertnig entwickeln diese Ansätze weiter und untersuchen Oberflächen, Materialien und narrative Gefüge als offene, fragile Systeme, in denen Körper, Raum und Bild in dynamische Beziehungen treten. Die Ausstellung versammelt somit Werke von zehn Künstlerinnen verschiedener Generationen, die sich mit grundlegenden Fragen von Ordnung, Materialität und Wahrnehmung auseinandersetzen. Seriellen und konzeptuellen Verfahren kommen dabei ebenso große Bedeutung zu wie körperlichen und materialbezogenen Prozessen oder performativen Herangehensweisen. Empty Places, Crowded Hearts 1. Juni bis 15. August 2026 Crone Berlin
Die Ausstellung „Schlaf der Vernunft“ lädt zu einer verrückten Auseinandersetzung mit einem der ältesten und vielfältigsten Themen der Menschheitsgeschichte ein. „El sueño de la razon produce monstruos“, heißt es bei Goya: „Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor.“ Ungeheuer – also schreckliche, spukhafte, gespenstische, grausige Geschöpfe – begleiten die künstlerische Reise durch die Innen- und Außenwelten von acht Künstler*innen, die dieses gruselige Phänomen aus subjektiven Perspektiven erkunden. Der Begriff „Monstrum“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „Wunder" oder „Missbildung“. Historisch wurde das Ungeheuer als Anomalie betrachtet, die das Bekannte sprengt und zugleich fasziniert. In der Kulturgeschichte sind Monstren Symbole für das Unbekannte, das Unerklärliche und das Angst-Einflößende, aber auch für das Staunen über die Vielfalt des Lebens. Die teilnehmenden Künstler*innen nähern sich dem Thema auf äußerst unterschiedliche Weise – von figurativen Darstellungen bis hin zu abstrakten Installationen. Dabei reflektieren sie nicht nur die historischen Bedeutungen, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Fragen rund um Identität, Andersartigkeit und Angst. Die Ausstellung lädt Besucher*innen dazu ein, in eine Welt voller Wunder und Kuriositäten einzutauchen und die vielschichtige Faszination schräger Gestalten und wilder Welten zu entdecken sowie den Tönen aus fernen Galaxien zu lauschen. Künstler*innen Claudia Arndt, Martin Bartels, Julienne Jattiot, Susann Pönisch, Nadine Respondek, Thomas Siemon, Steve Viezens, Magda Voerster
Der Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 ist der älteste existierende Zusammenschluss bildender Künstlerinnen in Deutschland. So vielfältig und divers die künstlerischen Positionen innerhalb des Vereins sind, so heterogen sind die Werke in der Ausstellung der neu aufgenommenen Künstlerinnen, die in verschiedenen Medien und Kontexten arbeiten: von der Zeichnung, Malerei, Collage, Objekt, Skulptur bis hin zu Fotografie, Film, Installation und Performance. 12 steht für die Anzahl der Künstlerinnen sowie für das Eigenwillige, Besondere, Mysteriöse, Unheimliche und Verborgene, das die vielgestaltigen Arbeiten eint. Die 12 neuen Künstlerinnen des Vereins präsentieren sich 29. Mai 2026 - 28. Juni 2026 ORT: Showroom Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 Eisenacher Straße 118 (Erdgeschoss!), 10777 Berlin
Designtransfer und die UdK Berlin / Produktdesign präsentieren im Rahmen der Berlin Design Week eine Ausstellung bei feldfünf in Kreuzberg. Gezeigt wird ein vielfältiger Querschnitt aus aktuellen Abschlussarbeiten und ausgewählten Semesterprojekten aus dem gesamten Studium. Die Ausstellung bietet Einblicke in die gestalterische Praxis der Studierenden und macht die Bandbreite ihrer Ansätze sichtbar – von konzeptionellen und experimentellen Arbeiten bis hin zu funktionalen, Technologie-basierten und gesellschaftlich orientierten Entwürfen. Unterschiedliche thematische Schwerpunkte und individuelle Herangehensweisen spiegeln die Offenheit und Vielfalt des Studiums wider – eine sehenswerte Präsentation mit vielen aktuellen Ansätzen und Ideen. Unser Location-Partner ist feldfünf, lebendiger Kulturraum in Kreuzberg, experimentell, kollaborativ und Kiez-nah. Der Präsident der Universität der Künste Berlin, Prof. Dr. Markus Hilgert, wird die Ausstellung 27.05.2026 um 18 Uhr feierlich eröffnen. AAAAAAAH! die UdK bei feldfünf 28.5.2026 - 31.05.2026 Ort: feldfünf, Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 7-8, 10969 Berlin.
Säulenordnung untersucht, wie Architektur und Kunst im öffentlichen Raum Macht nicht nur abbilden, sondern ausüben. Im Mittelpunkt der skulpturalen Arbeiten von Daphne Schüttkemper steht die klassische Säule – von der griechischen Antike über den preußischen Klassizismus bis zu den Monumentalbauten des Dritten Reichs ein beständiges Symbol staatlicher Autorität und kolonialer Legitimation. Schüttkemper nimmt architektonische Elemente des Stadtraums in den Blick: die Säule als steingewordener Machtanspruch, Löwen und Adler als stille Wächter kolonialer Exotik und nationaler Symbolpolitik. Ihre Arbeiten fragen, wie diese Formensprache nicht nur Herrschaft darstellte, sondern sie herstellte und normalisierte. Ordnung ist in Deutschland kein ästhetisches, sondern ein moralisches Ideal. Schüttkemper macht sichtbar, was dabei verschwindet. Eröffnung: 27. Mai 2026, um 18 Uhr mit einem DJ-Set von Rafush, präsentiert von Fiestuki https://galerie-im-turm.net/event/opening_saeulenordnung/