Das Käthe-Kollwitz-Museum zieht in den Theaterbau am Schloss Charlottenburg! Während der Umzugsphase bietet das Museum in seinem KOLLWITZ GUIDE eine digitale Stadttour der besonderen Art an. Mit KÄTHE TO GO kann man Orte in Berlin entdecken, von denen Käthe Kollwitz sich inspirieren ließ oder an denen sie künstlerisch arbeitete. Ihr Leben lang befasste sich Kollwitz mit Themen wie Tod, Elend, Schmerz und Ungerechtigkeit. Sie besuchte beispielsweise die Insassinnen des Frauengefängnisses in der Barnimstraße oder begleitete skizzierend den Kohlenstreik im Wedding. Einige Orte ihrer Inspirationen existieren heute nahezu unverändert, andere sind nicht mehr wieder zu erkennen. KÄTHE TO GO ermöglicht, sich im Berliner Stadtraum auf Kollwitz' Spuren zu begeben und ihrer Geschichte nachzuspüren. Außerdem finden Sie im KOLLWITZ GUIDE eine Preview zur neuen Sammlungspräsentation im Theaterbau. Zum KOLLWITZ GUIDE gelangt man über die Webseite: https://www.kaethe-kollwitz.berlin/aktuelles/ oder über folgenden Link: https://tinyurl.com/2aff4vqp
LOVE LETTERS TO THE CITY zeigt Werke von über fünfzig internationalen und in Berlin lebenden Streetartists, die das transformative Potenzial von Kunst im öffentlichen Raum nutzen. Städte sind mehr als Beton und Asphalt, sie pulsieren voller Geschichten, Träume und Gefühle. Die neue Ausstellung im URBAN NATION, kuratiert von Michelle Houston, ist eine Hommage an die Stadt und eine Einladung, unsere urbanen Lebensräume mit einem neuen Blick zu erforschen. Themen wie Urbanisierung, Gentrifizierung, Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit verlangen einen kritischen Diskurs, der die Entwicklung der Gesellschaft im positiven Sinne beeinflussen soll. Wie verändert Kunst die Sichtweise auf den öffentlichen Raum? Welche Veränderungen kann Kunst in der Stadt anstoßen? Auf welche Methoden greifen die Künstlerinnen und Künstler zurück, um eine entsprechende Wirkung zu entfalten? Teilnehmende Künstler: 2501, Aniruddh Mehta, Banksy, Blek le Rat, Bordalo II, Carlos Mare aka Mare139, Chop ’em Down Films, Crash, Dan Witz, Daze, Drew.Lab_One, Elfo, Evol, HA Schult, HOGRE, Isaac Zavale, James Reka, Jaune, Jazoo Yang, Joel Daniel Phillips, Johannnes Mundinger, Jordan Seiler, Kenny Scharf, Lady Pink, Liviu Bulea, Martha Cooper, Matthew Grabelsky, MILLO, Moses & Taps, Nika Kramer, Octavi Serra, Owen Dippie, OX, PAINTING DHAKA Project, Paradox, Rocco and his brothers, Sebas Velasco, Shepard Fairey, Stephanie Buer, Stiftung Berliner Mauer, Stipan Tadić, Susanna Jerger, Tats Cru, THE WA, Vhils und Zhang Dali. LOVE LETTERS TO THE CITY 14. September 2024 – 30. Mai 2027 URBAN NATION
Der Rundgang ist eine Zeitreise durch Berlin: Kaiserreich, Weimarer Republik, nationalsozialistische Diktatur, Neuanfang nach 1945, Kalter Krieg in der geteilten Stadt und die sich im Schatten der Mauer in Ost und West entwickelnden alternativen Gesellschafts- und Lebensentwürfe. In Ost-Berlin bildete sich ab den späten 1970er Jahren eine alternative Kulturszene aus. In West-Berlin zogen die aggressiven Werke der Neuen Wilden ab Ende der 1970er Jahre erneut international Aufmerksamkeit auf die geteilte Stadt. Tastmodelle, ein taktiles Bodenleitsystem sowie ein Mediaguide mit Bildbeschreibungen und Hinweisen zur Wegeführung ermöglichen es, die Kunst auf vielfältige Weise zu erleben. Blinden und sehbehinderten Menschen bietet sich damit ein barrierefreier Zugang in der Ausstellung.
Aus dem stillgelegten Flughafen Tegel erwacht auch dieses Jahr wieder ein lebendiger Ort für Kunst und Kultur zum Leben! Ab Juni 2025 öffnet die Modellfläche TXL erneut ihr Gate – für Clubkultur, kreative Begegnungen und unvergessliche Erlebnisse. Wo früher Flugzeuge abhoben, wird nun ein einzigartiger Raum für Musik und urbane Visionen weiterentwickelt. Nun sucht die Clubcommission einen geeigneten Betreiber:innenakteur. In einer Zeit zunehmender städtischer Verdichtung und ansteigender Gewerbemieten öffnet die Modellfläche TXL erneut ihre Tore, um öffentlich zugängliche Räume für Clubkultur zu schaffen und zu bewahren. Seit 2023 steht auf dem Gelände des ehemaligen Catering-Gebäudes eine Open-Air-Fläche für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Nun wird das Gemeinschaftsprojekt unter Führung der Clubcommission ausgeweitet: Ein neuer Betreiber:innenakteur soll die Außen- und Innenbereiche langfristig für Kunst und Clubkultur nutzen. Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Betriebsmodells für ein interdisziplinäres Zentrum für Clubkultur mit Nutzungen sämtlicher Kultursparten und Akteur:innen der Urbanen Praxis. Der Flughafen Tegel war 46 Jahre lang ein zentraler Verkehrsknotenpunkt – zunächst als Tor nach West-Berlin, später als Hauptstadtflughafen. Das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende markante Catering-Gebäude („Gebäude I“) aus den 1960er Jahren, bekannt für seine ikonische orangefarbene Architektur, ist heute einer der wenigen kulturellen Standorte im Entwicklungsgebiet Urban Tech Republic. Umgeben von Flächen, die für Forschung, Industrie oder Erholung gedacht sind, soll auf dem ehemaligen Rollfeld des Flughafens das fast 3.700 Quadratmeter große Gelände erneut für vielfältige inklusive Veranstaltungsformate wie Live-Musik, Tanzveranstaltungen, Performances, Filmvorführungen, Workshops und Theateraufführungen zur Verfügung stehen. Ab Ende 2025 soll erstmals auch ein Teil des Innenbereichs hinzukommen, um ganzjährig nutzbare clubkulturelle Räume zu schaffen. Vom 17. April bis 17. Mai 2025 haben erfahrene Veranstalter:innen aus Berlin die Chance, sich für die Bespielung der Modellfläche TXL zu bewerben. Der Betrieb ist zunächst für mindestens drei Jahre bis Mitte 2028 geplant, mit der Möglichkeit einer Verlängerung. Eine unabhängige, fünfköpfige Jury aus Expert:innen der Clubkultur und Urbanen Praxis wählt das passende Betreiber:innenkollektiv aus, das im Juni 2025 bekannt gegeben wird. Voraussetzung für die Bewerbung ist ein ganzheitliches, wirtschaftlich tragfähiges Konzept, das sowohl den Innen- als auch den Außenbereich umfasst und bis Ende 2025 für die folgenden Jahre ausgearbeitet wird. Alle Informationen zur Ausschreibung sind auf der Website txl.clubkultur.berlin zu finden. Die Entwicklung der Modellfläche TXL wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dieser Prozess wird umgesetzt von der Clubcommission Berlin e.V. in Kooperation mit der Kulturraum Berlin gGmbH und der Geschäftsstelle des Berliner Projektfonds Urbane Praxis der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung. Joe Chialo, Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin„Das ehemalige Flughafengelände Tegel entwickelt sich weiter zu einem lebendigen, vielseitigen Kulturquartier. Mit der Modellfläche TXL entsteht ein einzigartiger Ort, der Clubkultur, Kunst und urbane Praxis verbindet. Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstützt dieses Vorhaben, um kulturelle Vielfalt von Anfang an in die Stadtentwicklung einzubinden und einen neuen, offenen Kulturraum für Berlin zu schaffen.“ Emiko Gejic, Pressesprecherin Clubcommission Berlin e.V.„Die Berliner Clubkultur lebt von Freiräumen – und genau solche Räume müssen aktiv gesichert und neu geschaffen werden. Die Umnutzung des Areals der ehemaligen Cateringgebäudes für kulturelle Zwecke trägt dazu bei, Berlins vielfältige Kulturlandschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Wir freuen uns, dass dieses Projekt fortgesetzt wird und wir gemeinsam mit unseren Partner:innen ein nachhaltiges Modell für Clubkultur und Urbane Praxis gestalten können.“ Dr. Yann Kersaint, Co-Koordination Berliner Projektfonds Urbane Praxis / Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung „In Zeiten von Ressourcenknappheit und Raummangel ist es für die Berliner Kulturlandschaft besonders wichtig, nicht-kommerzielle Kulturorte zu entwickeln und sie für Berliner*innen zugänglich zu machen. Die Modellfläche TXL steht für eine moderne und einzigartige Form der Kulturellen Stadtentwicklung mit Strahlkraft in die ganze Welt. Wir freuen uns mit diesem Modellprojekt, Kulturakteur:innen auf dem Weg in die Professionalisierung unterstützen zu können." TXL im Steigflug – Ein neuer Abschnitt für die Clubkultur Start: Juni 2025 Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel (TXL)
In ihren Werken werden die Verbindungen zwischen der Etablierung von Erdöl als wichtigstem fossilen Brennstoff in der Mitte des 20. Jahrhunderts und der Expansion des Konsumkapitalismus in der Nachkriegszeit reflektiert. Oftmals entwickelt sie ihre Arbeiten aus autobiografischen Erfahrungen, die sie u.a. im Kuwait der 1980er und 1990er Jahre gemacht hat, und richtet einen kritischen Blick auf bestehende historische und politische Narrative. Die Auseinandersetzung mit Öl bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der menschlichen Interaktion mit der Erde, deren Ausbeutung sowie deren Widerstandsfähigkeit. Für die Berlinische Galerie entwickelt Al Qadiri eine ortsspezifische Installation, bestehend aus einem großformatigen Wandgemälde, Objekten und Video, in der Öl weit mehr als eine „Ressource“ ist. Es steht auch symbolisch für die Gewalt, die Erinnerungen und die persönlichen Geschichten, die mit seiner Gewinnung verbunden sind. Über die Künstlerin Monira Al Qadiri (*1983) ist eine kuwaitische Künstlerin, die in Senegal geboren und in Japan ausgebildet wurde. Einzelausstellungen ihrer Arbeiten wurden u.a. gezeigt im Kunsthaus Bregenz, Österreich (2023); UCCA Dune, China (2023); Guggenheim Museum Bilbao, Spanien (2022); Blaffer Art Museum, Texas, USA (2022); Haus der Kunst, München (2020); Kunstverein Göttingen (2019); The CIRCL Pavilion, Amsterdam, Niederlande (2018); Sursock Museum, Beirut, Libanon (2017) und Gasworks, London, UK (2017). 2022 war Al Qadiri in der zentralen Ausstellung „The Milk of Dreams“ der Biennale von Venedig vertreten. Sie lebt in Berlin.
Kuratorin: Lidiya Anastasova Sprache – in gesprochener wie geschriebener Form – dient als zentrales Material in Nora Turatos Werk. Sie erforscht diese in Form von Typografie, Wandarbeiten, Video, Sound, Performances und Künstlerinnenbüchern (etwa in der Serie pool). Dabei arbeitet sie mit vorgefundenem Material aus vielseitigen Quellen wie u. a. dem Internet, Social Media, Presse, Büchern, Filmen, Musik und Gesprächen. Von der Künstlerin gesammelt und akribisch neu geordnet, wird ein Überfluss an Wortmaterial bis auf die Essenz heruntergebrochen. Turatos neue, eigens für die Fassade des n.b.k. konzipierte Arbeit markiert einen Wendepunkt in ihrer Praxis – eine Herangehens-weise, die den eigenen Körper als Ausgangspunkt nimmt – als Quelle der Sprache und der Handschrift. Turato untersucht Konditionierungen, die das menschliche Verhalten prägen – mit einem Fokus darauf, wie diese verinnerlichten Muster physisch sichtbar werden. Hierbei wird die Handschrift als Form des Ausdrucks und zugleich als ein direktes Ergebnis erlernten Verhaltens betrachtet.
Marina Abramović, eine der einflussreichsten zeitgenössischen Künstler*innen, präsentiert mit Balkan Erotic Epic. The Exhibition im Gropius Bau ihre erste große Einzelausstellung in Berlin seit den 1990er Jahren. Die Ausstellung vereint historische Werke und neue Arbeiten der Performance-Künstlerin und zeichnet ihr anhaltendes Interesse an Ritualen, Erotik, Tod und dem Körper als Ort politischen Widerstands nach. Klagend schlagen sich Frauen auf den Oberkörper und massieren ihre Brüste, während ein nackter Körper und ein Skelett eng ineinander verschlungen liegen: Ausgehend von der Folklore des Balkans – der Region, in der Marina Abramović aufgewachsen ist – verwebt Balkan Erotic Epic. The Exhibition filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances. Durchsetzt mit humorvollen Zuspitzungen entwirft die Ausstellung ein imaginäres Bild dieser Region: Hier soll erotische Energie Gemeinschaften dabei helfen, dem Tod zu begegnen, Fruchtbarkeit zu fördern und das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen. Das Erotische erscheint so als essenzielle Kraft – als eine Kraft, die die Grenzen zwischen Leben und Tod, zwischen Individuum und Kollektiv, auflösen kann. Anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums präsentieren die Berliner Festspiele Balkan Erotic Epic in zwei Teilen: Nach der Ausstellung im Gropius Bau eröffnet im Oktober 2026 die neue mehrstündige Bühnenproduktion Balkan Erotic Epic. The Stage Version die Performing Arts Season im Haus der Berliner Festspiele. Marina Abramović - Balkan Erotic Epic. The Exhibition 15.4.2026 – 23.8.2026 Gropius Bau
„Gestalten für Berlin“ blickt auf einen zentralen Aspekt des Designs: die Ausbildung von Gestalter*innen. Dafür kooperiert das Werkbundarchiv – Museum der Dinge mit der weißensee kunsthochschule berlin, die im Jahr 2026 ihr 80. Jubiläum feiert. 1946 im Berliner Nordosten innerhalb der sowjetischen Besatzungszone gegründet, steht die Hochschule für die Geschichte Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg – mit allen Auf- und Umbrüchen. Als Hochschule für angewandte Kunst versteht sich Weißensee seinerzeit als Pendant zu einer Kunstakademie. Die „Angewandten“ setzen im alltäglichen Leben an: Hier ist die Not in der kriegszerstörten Stadt am größten. Alle Künste – Malerei, Plastik, Grafik, Bühnenbild, Mode und Textil, Keramik und industrielle Gestaltung – beziehen sich auf die Architektur und die Lebenswelt. In ihrer Ausrichtung wird die Hochschule geprägt von Gestalter*innen der Moderne wie Herbert Hirche, Mart Stam oder Selman Selmanagić. Ihre Ansätze für die Lehre – gemeinsames Grundlagenstudium, enger Praxisbezug und fächerübergreifendes Arbeiten – gelten bis heute. Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 16. April 2026 – 22. Februar 2027 Werkbundarchiv - Museum der Dinge
Die erstmals in den 1980er Jahren ausgestellte Arbeit Escalator lenkt die Aufmerksamkeit durch Vertikalität und serielle Anordnung. Elf übereinander gestaffelte Monitorpaare zeigen auf der linken Seite Geschäftsleute im Anzug, die in eine Welt aus Glas und Stahl aufsteigen, während rechts Obdachlose zu sehen sind, die sich in unterirdischen Bahnhöfen der Stadt aufhalten. Das fortwährende Hinauf- und Hinabgleiten der Bilder lässt die Betrachtenden niemals ankommen, sondern bringt sie immer wieder an denselben Ausgangspunkt zurück, wodurch eine schwebende, repetitive Zeitlichkeit entsteht. Aufhebung und Wiederholung verfremden vertraute Gesten und verleihen alltäglichen Bewegungen neues symbolisches Gewicht. Umkehrung fungiert hier, sowie auf unterschiedliche Weise auch in den Arbeiten von Lloyd und Richards, als kritische Methode. In ihren Mehrkanal-Installationen stellt Hilary Lloyd flüchtige Momente aus dem Alltag heraus: eine Handlung, eine Begegnung oder das Lichtspiel auf einem Objekt. Bedeutung ergibt sich aus den architektonischen Rahmungen, sowohl innerhalb der Arbeiten als auch bei der physischen Begegnung mit der Installation. Für die Ausstellung entwickelt Lloyd eine neue Werkgruppe, die Verbindungen mit den anderen beiden Positionen und dem Gebäude schafft und das Interesse der Künstlerin am Einfangen des Immateriellen fortsetzt. James Richards’ Arbeiten schichten heterogenes Bild- und Tonmaterial zu affektiven, nicht-linearen Sequenzen, in denen Montage und räumliche Anordnung den narrativen Verlauf destabilisieren. Für Demolition/Escape schafft er eine Reihe neuer, über den Ausstellungsraum verteilte Collagen sowie eine Soundarbeit, die in unregelmäßigen Abständen ertönt und dabei auf die Akustik des gesamten Gebäudes reagiert sowie indirekten Bezug auf Keanes Praxis nimmt. Der Ausstellungstitel ist Tina Keanes Installation Demolition/Escape (auf Deutsch Abriss/Flucht) aus dem Jahr 1983 entliehen. Obwohl diese frühere Arbeit nicht Teil der Ausstellung bei Fluentum ist, hilft sie ihre Logik zu verstehen. In der Installation werden Video, Performance, Klang und skulpturale Elemente kombiniert, die gefilmte Handlungen auf gestapelten Monitoren mit mechanischen und akustischen Strukturen zusammenbringen. Ihre Bestandteile fügen sich zu einem Kunstwerk zusammen, aber bleiben als einzelne Präsentationsflächen lesbar, auch wenn nicht immer als eigenständige Werke. Keane, Lloyd, Richards und die Kuratoren wenden eine ähnliche Logik auf die Ausstellung an. Abriss (demolition) kann ein Entkommen (escape) ermöglichen, wenn Hindernisse beseitigt werden. Statt Befreiung zu bedeuten, kann Abriss jedoch auch eine fortwährende Bewegung in Gang setzen. Die Werke der Ausstellung schaffen eine Umgebung, in der Körper, Bilder und Technologien einander hervorbringen und so die Spannung zwischen Zerstörung und Entkommen aufrechterhalten.
Der Schweizer Künstler Luciano Castelli setzte sich bereits in den frühen 1980er-Jahren intensiv mit Japan auseinander. In der Ausstellung "WHISPERS OF JAPAN" knüpft er an diese Faszination an: Ältere Arbeiten treten in Dialog mit bislang unveröffentlichten Fotografien, die dem melancholischen Seelentanz Butoh gewidmet sind. Zusammen mit Werken in seiner unverwechselbaren, gestisch-kraftvollen Malweise entsteht daraus ein neues, vielschichtiges Werk. Herzstück der Schau sind Malereien auf eigens für die Ausstellung traditionell gefertigten Paravents, neben denen er den Ausstellungsraum mit einem bis ins Kalligraphische reichenden Pinselduktus erobert. In der Tradition seiner spektakulären Aktionen – etwa im Berliner Kaufhaus Jahndorf oder 2016 im SPSI Art Museum in Shanghai, wo er spontan das gesamte Museumsinnere bemalte – sprengt er auch hier bewusst die Grenzen konventioneller Bildpräsentation. So entsteht ein intensives, atmosphärisches Erlebnis, das Malerei und Architektur verschmelzen lässt. Die Ausstellung wurde zuvor sehr erfolgreich in Basel, in der Kulturstiftung Geiger gezeigt. Whispers of Japan - Luciano Castelli 15.05.2026 – 22.08.2026 Galerie Deschler
Die Galerie Crone Berlin präsentiert die Ausstellung Empty Places, Crowded Hearts, die ein generationsübergreifendes Panorama weiblicher künstlerischer Strategien mit abstrakten oder abstrahierenden Bezügen entfaltet. Dabei werden prägende Positionen der 1970er und 1980er-Jahre mit aktuellen Strömungen in Dialog gebracht. Die gezeigten Arbeiten von Channa Horwitz, Hanne Darboven, Charlotte Posenenske, Sylvie Fleury und Rosemarie Trockel stehen für eine konzeptuelle Durchdringung von Struktur durch serielle Systeme, zeitbasierte Ordnungen und die kritische Reflexion kultureller und materieller Codes. Ihre Praxis hat das Verständnis von Struktur als intellektuelles und gesellschaftliches Prinzip nachhaltig geprägt. Jüngere Positionen wie Ruscha Voormann, Hannah Sophie Dunkelberg, Sophie-Luise Passow, Judith Fegerl und Carola Dertnig entwickeln diese Ansätze weiter und untersuchen Oberflächen, Materialien und narrative Gefüge als offene, fragile Systeme, in denen Körper, Raum und Bild in dynamische Beziehungen treten. Die Ausstellung versammelt somit Werke von zehn Künstlerinnen verschiedener Generationen, die sich mit grundlegenden Fragen von Ordnung, Materialität und Wahrnehmung auseinandersetzen. Seriellen und konzeptuellen Verfahren kommen dabei ebenso große Bedeutung zu wie körperlichen und materialbezogenen Prozessen oder performativen Herangehensweisen. Empty Places, Crowded Hearts 1. Juni bis 15. August 2026 Crone Berlin
Wer sichtet, erfasst, ordnet und wählt aus. Eva Walker übersetzt diese Prozesse in Zeichnungen und Drucke, in denen gesichtete Informationen durch Überlagerung und Wiederholung abstrahiert und neu verknüpft werden. Die Arbeiten untersuchen die wechselseitigen Beziehungen zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis und Materialität. Ausgangspunkt ist ein von der Künstlerin entwickeltes Formarchiv, das auf Blickbewegungen während der Bildbetrachtung basiert. Darin verwendete unterschiedliche Strichstärken variieren mit der Flüchtigkeit und Konzentration des Blickes. Eva Walker (*1981 in Heidelberg) war Meisterschülerin von Annette Schröter an der HGB Leipzig und ist seit 2021 Leiterin der grafischen Werkstätten an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Sie lebt in Saarbrücken.
Kurator: Hansjörg Schneider Ko-Kurator*innen: Thomas Flierl, Simone Hain Projektleitung: Susanne Mierzwiak Bearbeitung und Rekonstruktion des historischen Bildmaterials: Daniel Lordick Das Ausstellungsprojekt Berlin plant. Stunde Null im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) rekonstruiert und kontextualisiert die historische Ausstellung Berlin plant – Erster Bericht, die 1946 im provisorisch hergerichteten Weißen Saal des Berliner Schlosses den sogenannten Kollektivplan zum Wiederaufbau Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. Zum 80-jährigen Jubiläum soll die Aktualität dieses radikalen städtebaulichen Entwurfs beleuchtet werden. Verantwortlich war ein Planungskollektiv, zu dessen engerem Kreis Stadtbaurat Hans Scharoun, Wils Ebert, Peter Friedrich, Ludmilla Herzenstein, Reinhold Lingner und Herbert Weinberger gehörten. Der n.b.k. erinnert an diese historische Ausstellung, die wegweisende ökologische Grundlagen des Bauens vorwegnahm und partizipatorische Ansätze verfolgte, mit einer begehbaren Rekonstruktion im Maßstab 1:4. Gezeigt werden teils unveröffentlichte Originalpläne und Materialien, zudem wird die wechselvolle historische Rezeption des Kollektivplans zwischen Ablehnung, Verdrängung und Fortwirken reflektiert. Darüber hinaus thematisiert das Projekt den Diskurs um die „Stunde Null“. Der umstrittene Begriff impliziert sowohl die bedingungslose Kapitulation und den totalen wirtschaftlichen und moralischen Zusammenbruch Nazi-Deutschlands 1945 als auch den erhofften Neubeginn ohne die Bürden der Vergangenheit. Parallel zur Ausstellung zeigt der n.b.k. ein Kinoprogramm mit „Trümmerfilmen“ in Kooperation mit dem Babylon, am 20. Juni findet außerdem ein eintägiges Symposium im silent green Kulturquartier statt. Diskursprogramm 11. Juni – 2. August 2026 Filmprogramm im Babylon Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt, Teil II (Volker Heise, 2020); Die Mörder sind unter uns (Wolfgang Staudte, 1946); Imaginäre Architektur – Der Baumeister Hans Scharoun (Hartmut Bitomsky, 1995); A Foreign Affair (Billy Wilder, 1948); Germania anno zero (Roberto Rossellini, 1948); Die Stunde Null (Edgar Reitz, 1977) Mit Gesprächen und Vorträgen von Michael Baute, Volker Heise, Edgar Reitz und Margarethe von Trotta Weitere Infos sowie alle Screening-Termine finden Sie hier Samstag, 20. Juni 2026, 13–20.30 Uhr Symposium im silent green Kulturquartier Gerichtstraße 35, 13347 Berlin Mit Michael Augustin, Ralf Bock, Greg Castillo, Andrea Contursi, Simone Hain, Christa Kamleithner, Christina Lindemann, Philipp Oswalt, Hansjörg Schneider, Axel Zutz, moderiert von Thomas Flierl Weitere Informationen und das volle Programm finden Sie hier: https://www.nbk.org/de/ausstellungen/berlin-plant
Im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin wird mit „Konstellationen“ eine umfangreiche Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Rainer Wölzl gezeigt. Die Präsentation eröffnet einen eindringlichen Blick auf das vielschichtige Werk eines Künstlers, der sich seit Jahrzehnten mit den kulturellen, sozialen und politischen Verwerfungen unserer Zeit auseinandersetzt. Rainer Wölzl, 1954 in Wien geboren, arbeitet heute vorwiegend mit der Technik der Kohlezeichnung. Seine meist großformatigen Arbeiten entstehen auf der Grundlage kunsthistorischer sowie medialer Bildquellen. Motive mit zeitgeschichtlicher und aktueller soziopolitischer Relevanz werden von ihm aufgegriffen und durch Montage in komplexe visuelle Konstellationen überführt, in denen Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus einem langjährig entwickelten Projekt unter dem erweiterten Gedanken eines „Museums der Schatten“. Der Begriff des Schattens fungiert dabei als poetischer wie politischer Denkraum – als Spur des Vergangenen, als Projektionsfläche und als Bestandteil individueller wie kollektiver Erinnerung. Im Zentrum von Wölzls Werk steht ein kontinuierliches Nachdenken über Machtstrukturen, Unterdrückung und deren unterschiedliche Erscheinungsformen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten. Seine künstlerische Praxis versteht sich als Strategie der Aneignung und Transformation: Bildmaterial wird nicht nur zitiert, sondern neu komponiert, verschoben und in einen offenen Bedeutungsraum überführt. Charakteristisch für Wölzls Arbeiten ist ihre Mehrteiligkeit sowie eine rasterartige Struktur, die Distanz schafft und zugleich eine präzise gesellschaftspolitische Reflexion erlaubt. In bewusster Abgrenzung zur visuellen Überflutung digitaler Bildwelten setzen die Werke ein Zeichen gegen geschichtliches Vergessen und für die nachhaltige Kraft des gezeichneten Bildes. Die Ausstellung ist die zweite museale Präsentation des Künstlers in Berlin, nachdem er 2002 im Georg Kolbe Museum mit der umfangreichen Werkserie „Ästhetik des Widerstands“ zu Peter Weiss vertreten war.
Parallel zur Ausstellung Berlin plant. Stunde Null zeigt der n.b.k. ein Kinoprogramm mit „Trümmerfilmen“ in Kooperation mit dem Babylon. Donnerstag, 11. Juni 2026, 20 Uhr Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt, Teil II (Volker Heise, D 2020, 90 min, OV) Einführung von Volker Heise (Regisseur und Produzent, Berlin), in deutscher Sprache Donnerstag, 18. Juni 2026, 20 Uhr Die Mörder sind unter uns (Wolfgang Staudte, D 1946, 91 min, OmeU) Mit Hildegard Knef, Ernst Wilhelm Borchert, Erna Sellmer, Arno Paulsen Donnerstag, 2. Juli 2026, 20 Uhr Imaginäre Architektur – Der Baumeister Hans Scharoun (Hartmut Bitomsky, D 1995, 65 min, OV) Einführung von Michael Baute (Autor und Dozent, Berlin), in deutscher Sprache Donnerstag, 9. Juli 2026, 20 Uhr A Foreign Affair (Eine auswärtige Affäre, Billy Wilder, USA 1948, 116 min, OmU) Mit Jean Arthur, Marlene Dietrich, John Lund Donnerstag, 23. Juli 2026, 20 Uhr Germania anno zero (Deutschland im Jahre Null, Roberto Rossellini, I 1948, 74 min, OmeU) Mit Edmund Meschke, Ernst Pittschau Sonntag, 2. August 2026, 18 Uhr Die Stunde Null (Edgar Reitz, D 1977, 108 min, OV) Mit Kai Taschner, Herbert Weißbach, Erika Wackernagel Im Anschluss Gespräch mit Edgar Reitz (Filmemacher, München) und Margarethe von Trotta (Filmemacherin, München), in deutscher Sprache Weitere Informationen und Tickets unter babylonberlin.eu
Mit dem dichterischen Wortlaut des Ausstellungstitels SPECHT UND BETON IM POLYGON verbindet sich das künstlerische Anliegen, vermeintlich Unvereinbares aus Natur und Forschung, Kultur und Politik, Körper und Psyche, Du und Ich als ein – zumindest für den Augenblick – symbiotisches wie funktionales Gefüge zu erleben. Die beiden Künstler Matthias Bitzer und Dominik Halmer verbindet die Leidenschaft für die Schaffung multidisziplinärer Arbeiten. Für ihre Duoshow verwandeln sie die Galerie in einen geistigen Erfahrungsraum aus Malerei, Skulptur, Wandzeichnung, Text, Icons und OpArtMustern. Matthias Bitzer (*1975 i. Stuttgart) bezieht seine Inspiration aus Kunstgeschichte, Philosophie und Literatur. Einige Arbeiten öffnen sich physisch, um verborgene Schichten freizulegen, und laden den Betrachter zur Interaktion ein. Sie evozieren Erinnerungen und kulturelle Echos und bieten inmitten des heute rasanten Bilderkonsums einen seltenen Raum für Innehalten und Reflexion. Dominik Halmer (*1978 in München) löst sich mit seinen geformten Bildern vom klassischen Tafelbild und reflektiert zugleich dessen Bedingungen der Sichtbarkeit. Der Bildträger erscheint in perspektivischer Verzerrung und unterläuft jede räumliche Stabilität. Schwebende Linien, Tropfen und materielle Spuren erzeugen widersprüchliche Illusionsebenen und stellen die Vorstellung einer eindeutigen Realität infrage. Matthias Bitzer & Dominik Halmer - Specht und Beton im Polygon 12.06.2026 – 28.08.2026 FWR Galerie
In TRAUM UND ALBTRAUM treffen die „surrealen Welten“ von HELMA und „Dystopien“ ihres Ehemannes Wolfgang Petrick in der Galerie Poll aufeinander. Wolfgang Petrick gehört zu den Künstlern der ersten Stunde, das Werk von HELMA hat die Galerie erstmals 2025 in einer Einzelausstellung in Berlin und im Rahmen des Programms re:discover auf der Art Karlsruhe ausgestellt. HELMAs Gemälde haben deutliche Bezüge zum Surrealismus, zur Art Brut und zum Magischen Realismus. Mit Träumen, Märchen und Visionen nähert sich die Künstlerin dem Bodenlosen und Abgründigen. In ihren Bildern begegnen den Betrachtern Schlangen, die sich um kahle Äste winden. Kreuze, Totenschädel und brennende Kränze tauchen neben Baumwurzeln und Leitern auf, die zum Himmel emporwachsen. Schlingpflanzen und Dornen, aber auch prächtige Blüten und Herzen sind wiederkehrende Bildmotive. Die häufig in rote oder blaue Farbtöne getauchten Szenerien sind akribisch fein mit dem Pinsel in Öl gemalt. Innen- und Außenwelt, Traum und Realität verschmelzen zu poetisch schönen Gemälden, in denen gleichzeitig Unheil zu lauern scheint. In einigen ihrer Arbeiten nutzt HELMA Grafiken von Wolfgang Petrick als Grundlage und integriert seine Motive in ihre eigenen Kompositionen. Diese „Gemeinschaftswerke“ sowie ein von Wolfgang Petrick gezeichnetes Porträt von Helma, auf dem er seine Frau aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und sich selbst beobachtend darstellt, bilden ein Scharnier zwischen den beiden zeitgleich gezeigten Ausstellungen. Wolfgang Petricks Werk ist in den 1960er und 1970er Jahren eng mit dem Begriff „Kritischer Realismus“ verbunden, einer Kunstrichtung, die zu einer Art Markenzeichen der Kunst in West-Berlin wurde. In den 1980er Jahren löst sich Petrick von dieser Stilrichtung, wobei ihn seine künstlerischen Vorbilder Otto Dix, George Grosz, Max Beckmann oder James Ensor weiter beschäftigen. In den kommenden Jahrzehnten entwickelt Petrick in seinen Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Objekten, Skulpturen und Installationen einen eigenen, teils raumgreifenden Bilder-Kosmos, der sich aus mythischen, christlichen, kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen Quellen sowie aus Nachrichten- und Porno-Magazinen speist. „Lust und Schmerz, Eros und Tod, Zärtlichkeit und Aggression sind eng beieinander liegende und wesensbestimmende Faktoren seiner Kunst, die stets das empfindliche Gleichgewicht zwischen Menschen, Natur und Macht umkreisen und den Betrachter dem Zwiespalt von Emotion und Verstand aussetzen.“ (Werner Hofmann) In seinen meist großformatigen Kompositionen verbindet Petrick verschiedene Bild- und Medienebenen in Schichten und Überlagerungen. Dabei arbeitet er in thematischen Zyklen und an mehreren Werken gleichzeitig. Er kombiniert Öl- und Acrylmalerei mit Zeichnung, collagiert und montiert Materialien, fotografiert diese künstlerische Arbeit, bearbeitet das Foto digital, druckt das digitale Bild auf die Leinwand, um hierauf wieder zu malen oder zu zeichnen. Der Entstehungsprozess eines Bildes kann mehrere Jahre dauern. Biografien HELMA (1940-2025), geboren als Helma Hartmann in Berlin, absolviert von 1959 bis 1961 eine Ausbildung an der Berufsfachschule für Technische Zeichnerinnen. 1964 heiratet sie den Künstler Wolfgang Petrick, 1965 wird die gemeinsame Tochter Nina geboren. 1974 beginnt HELMA zu malen und nimmt noch im selben Jahr ihren Künstlernamen HELMA an. Wolfgang Petrick (1939-2025) studiert von 1958 bis 1965 Malerei an der Hochschule der Künste Berlin (HdK) bei Prof. Werner Volkert und einige Semester Biologie an der FU Berlin. Mit K. H. Hödicke, Markus Lüpertz u. a. gründet er die erste deutsche Produzentengalerie Großgörschen 35 (1964-1968) und mit Bettina von Arnim, Peter Sorge, Joachim Schmettau u. a. die Gruppe Aspekt (1972-1978). 1975 wird er als Professor an die HdK berufen, wo er bis 2007 Malerei lehrt. 1993 wird er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Neben seinem Atelier in Berlin-Kreuzberg betreibt er von 1994 bis 2016 ein Studio in New York. Wolfgang Petrick nimmt 1976 an der documenta 6 in Kassel und 1991 an der Biennale in Venedig teil. Sammlungen Die Werke von HELMA und Wolfgang Petrick befinden sich in namhaften privaten Sammlungen wie der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin und der Kunstsammlung Jutta und Manfred Heinrich, Maulbronn. Petricks Werke sind in den Sammlungen der Akademie der Künste Berlin, der Berlinischen Galerie, der Neuen Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, der Bundeskunstsammlung und des Woods Art Institute in Wentorf vertreten. Dort fand 2022/2023 eine Retrospektive auf sein Werk statt. Beitragsbild: Wolfgang Petrick, Windsbraut Blau, 2017-2020, Pigmentdruck, Acryl, Öl, Tusche auf Leinwand, 145 x 145 cm TRAUM UND ALBTRAUM Surreale Welten von HELMA (1940-2025) 12. Juni – 1. August 2026 Galerie Poll
Die Galerie Tanja Wagner präsentiert die Ausstellung The First Two Letters of the Alphabet Are Unconditional Love for the World von Ayumi Paul. Die Ausstellung beginnt mit einem Gespräch zwischen Ayumi Paul und Charlotte Wiedemann – Death Doula, Autorin und Leiterin des Bereichs Cultural & Public Engagement bei der Ahorn Gruppe – von 18 bis 19 Uhr. Im Anschluss folgt die offizielle Eröffnung, die bis 21 Uhr andauert. Ayumi Pauls Schaffen entfaltet sich an der Schnittstelle von Klang, Performance, Komposition und Materialität und verwebt persönliche Erfahrung mit historischen und gesellschaftlichen Erzählungen. Der Ausstellungstitel verweist auf die ersten beiden Zeichen der japanischen Silbenschrift, „A" und „I", die zusammen das japanische Wort für Liebe bilden. Liebe wird hier nicht als rein romantisches Gefühl verstanden, sondern als ein weiter gefasster Zustand des Verbundenseins – eine Zugehörigkeit, die alle Formen des Lebens miteinander verbindet. Indem sie zeitliche, geografische und persönliche Grenzen überschreiten, laden ihre Werke uns ein, uns selbst als Teil einer größeren Konstellation von Beziehungen zu begreifen: zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Welten; zwischen irdischem Dasein und kosmischer Bewegung. Begleitend zur Ausstellung und über sie hinaus werden Ayumi Pauls Performances, Projekte und Rituale an Institutionen und Orten gezeigt, darunter Haus am Waldsee, Berlin (Eröffnung 13. Juni 2026, 17 Uhr); Gropius Bau, Berlin (The Singing Project, 14. Juni 2026, 16 Uhr); Hydra School Projects (Eröffnung 21. Juni 2026); Reethaus, Berlin (September 2026); Van Abbemuseum, Eindhoven (September 2026) sowie Sinop International Biennial (September 2026). Ayumi Paul lebt und arbeitet zwischen Athen, Berlin und Kyoto. Ihre multidisziplinäre Praxis umfasst Klang, Performance, Objekte und soziales Engagement. Zu den jüngeren Präsentationen ihrer Arbeit zählen die Sharjah Biennial (2025), das Georg Kolbe Museum, Berlin (2024), der Gropius Bau, Berlin (2023), die haubrok foundation, Berlin (2023), das Auditorium Parco della Musica, Rom (2022), die National Gallery Singapore (2018 und 2021), das SFMOMA, San Francisco (2021), sowie die Kunsthalle Osnabrück (2020). Ihr fortlaufendes The Singing Project, das 2022 während ihrer Residenz im Gropius Bau begann, wurde von der Institution seither aufgegriffen und wird kontinuierlich als langfristige künstlerische und kollektive Praxis weiterentwickelt. Ayumi Paul - The First Two Letters of the Alphabet Are Unconditional Love for the World 12.06.2026 - 01.08.2026 Galerie Tanja Wagner
Die Exlibris von Elena Kiseleva sind alles andere als Buchzeichen im engen Sinne. Es sind Juwelen der Kleinkunst, Graphiken von einem unwiderstehlichen Charme und Reiz. Die Blätter haben eine sehr geringe Auflage, sie sind quasi Unikate. Die Künstlerin vereint graphische und malerische Techniken. Sie geht aus von Radierungen - die spitze Nadel eignet sich besonders gut für ihre Detailgenauigkeit und Detailbesessenheit - doch manchmal auch von Zeichnungen und coloriert diese. Exlibris - eine eigenständige Form der graphischen Darstellung - sind Beigaben zum Buch, es ist dem Buch »äußerlich«. Dabei charakterisiert es eher den Besitzer des Buches, als dessen Inhalt. Doch die modernen Exlibris begnügen sich nicht damit, nur die Insignien der Besitzer schmuckvoll zur Darstellung zu bringen. Das Buch selbst wird zur zentralen Inspirationsquelle. In den Radierungen von Elena Kiseleva* sind Fantasie und Realität eng miteinander verknüpft. Ungewöhnliche Kombinationen von Gegenständen, Begriffen und Symbolen schaffen einzigartige Welt der Gestalten. Die Radierungen der Künstlerin werden nachträglich handcoloriert. Begehrte Objeke bei Sammlern. Elena Kiseleva ist Preisträgerin internationaler Exlibris Wettbewerbe
Der Begriff Konkrete (auch konstruktive) Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest bei der Gründung der Gruppe Art concret programmatisch für eine Richtung der Kunst festgelegt, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht abstrakt, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, sondern im Gegenteil Geistiges materialisiert, keine symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist. Oliver Jeschke (*1987, Berlin) arbeitete von 2015 bis 2025 mit der Max Bill / Georges Mantongerloo Stiftung (Schweiz). Inspiriert von der Tradition der Konkreten Kunst entstehen Arbeiten, deren Wirkung sich durch Liech und Perspektive fortlaufend verändert. Es werden Gegenstände "für den geistigen Gebrauch" gestaltet (Zitat Max Bill)
In today’s world, ‘home life’ has undergone a radical transformation. Homes used to be places of gathering, spaces where families came together, and neighbours were an integral part of our daily lives. Homes were not just places of retreat, but also social hubs. However, with the advancement of digital technologies and increasing globalisation, the concept of ‘living’ has undergone an unprecedented transformation. The idea of social interaction within one’s own four walls has become a utopia, as we are constantly connected yet simultaneously distanced from others. This turning point in living manifests itself in emotional isolation and a loss of community. The exhibition aims to explore this turning point. Through dance and visual art, the isolation and alienation that often characterise modern life are visually represented. Samanta Malavasi is a contemporary abstract painter and installation artist who lives and works in Modena and Berlin. Through multi-layered, monochrome compositions, her works invite reflection on the human condition, transcending differences in language, origin or worldview. The monochrome in her works is not merely an aesthetic choice, but a symbolic act: a single colour that unites and represents humanity as a shared whole. Each of her works invites the viewer to reflect on their own journey, to recognise the traces left behind and received, and to foster a dialogue between the personal and the universal. Her art serves as a reminder that everything – every layer, every trace – transforms into something else, thus creating an endless cycle of transformation and community. Giusy Cirillo is an Italian contemporary dancer and performer based in Berlin and Rome.
Die koreanische Künstlerin Jainem Jeong überlässt ihre Leinwände dem Wattenmeer: Gezeiten, Salz und Schlick hinterlassen Farben und Strukturen, die niemand von Hand erzeugen könnte. Ihre skulpturalen Abformungen aus traditionellem Maulbeerpapier nehmen Baumrinden auf – gefasst mit Pigmenten, die Jeong selbst aus Pflanzen und Erden herstellt. Der Berliner Bildhauer Frank Markowski formt von Hand: Steinzeug, Pulp, in Bronze gegossen – organische Objekte, die berührt werden wollen, und auf ihren Sockeln Worte tragen, die Gedankenräume öffnen. Das Sinnliche entführt in Ahnungen. Der Berliner Klangkünstler Bodo Hartwig erschließt Räume über das, was in ihnen klingt. Seine Freifeldaufnahmen und Installationen legen akustische Schichten frei, in denen Naturprozesse und menschliche Eingriffe sich überlagern. Eines seiner Objekte wartet, bis jemand den Knopf hinter der Leinwand drückt.
Galerie Mazzoli freut sich „In between", die erste Einzelausstellung des französischen Künstlers Jonathan Binet in Berlin, zu präsentieren und zur Vernissage am 26. Juni 2026 um 19 Uhr einzuladen. Die Ausstellung vereint eine konzentrierte Auswahl neuerer Werke und bietet Einblick in eine künstlerische Praxis, die sich durch ein fortwährendes Aushandeln zwischen Intention und Zufall, Entscheidung und Ungewissheit entfaltet. Obwohl die Malerei im Zentrum von Binets Arbeit steht, versteht er sie weniger als die Ausführung eines im Voraus festgelegten Bildes, sondern vielmehr als einen Prozess des Beobachtens, Auswählens und Reagierens auf das, was während des Entstehens sichtbar wird. Wie der Künstler selbst bemerkt hat, interessiert ihn besonders die Lücke zwischen einer ursprünglichen Idee und dem fertigen Werk. Ausgehend von einer Richtung, die oft nur teilweise definiert ist, lässt Binet dem Unvorhersehbaren bewusst Raum. Zufällige Spuren, beiläufige Gesten, Überreste vorheriger Handlungen und Elemente, die sich seiner unmittelbaren Kontrolle entziehen, werden häufig zu den lebendigsten Bestandteilen seiner Arbeiten. Anstatt diese Erscheinungen zu korrigieren oder zu unterdrücken, schenkt er ihnen besondere Aufmerksamkeit und erlaubt ihnen, den Prozess umzulenken und das Ergebnis mitzugestalten. Mit Jonathan Binets erster Einzelausstellung in der Galerie Mazzoli Berlin hebt „In between" eine künstlerische Praxis hervor, die Unsicherheit als produktive Bedingung begreift. Die Werke laden die Betrachter:innen dazu ein, denselben Raum von Aufmerksamkeit und Zögern zu betreten, aus dem sie hervorgegangen sind – einen Raum, in dem Wahl und Nicht-Wahl untrennbar miteinander verbunden bleiben und Bedeutung fortwährend ausgehandelt statt endgültig festgelegt wird. BIO Jonathan Binet (1984, Saint-Priest bei Lyon, Frankreich) studierte an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris sowie an der École des Beaux-Arts in Saint-Étienne. Zu seinen wichtigsten Einzelausstellungen zählen jene bei Balice Hertling, Paris (2016 und 2024), Spazio ORR, Brescia (2021), Berthold Pott, Cologne (2020), Galerie Stadtpark, Krems (2017), Galleria Mazzoli, Modena (2017), Bonner Kunstverein, Bonn (2015), Carl Kostyál, London (2015), Kunst Halle Sankt Gallen, St. Gallen (2015), Centre d'Art Neuchâtel, Neuchâtel (2014), das Musée d'Art Contemporain de Bordeaux, Bordeaux (2012), das Palais de Tokyo (2012) sowie Gaudel de Stampa, Paris (2011). Im Jahr 2008 wurde er mit dem „Prix des Amis des Beaux-Arts, Prix Gérard Viquel" ausgezeichnet. Zu seinen jüngeren Gruppenausstellungen zählen „Quel jour sommes-nous" bei Tokonoma in Kassel (2022) sowie „Shelter in the folds of the infinite" bei Sans Titre in Paris (2021). Er lebt und arbeitet in Paris.
Die Galerie Barbara Thumm präsentiert die erste Einzelausstellung von Helcio Barros in Deutschland. Helcio Barros ist ein bildender Künstler und Schriftsteller, geboren 1956 in Rio de Janeiro, der heute in São Paulo lebt. Seine künstlerische Laufbahn begann Anfang der 1980er Jahre – einer Zeit, die sowohl von der Demokratisierung Brasiliens als auch von der internationalen Etablierung der Malerei als Ausdrucksmedium geprägt war. In diesem Kontext widmete sich der ehemalige Beamte dem Zeichnen und studierte Filmwissenschaft an der Universität. Sein Weg in die Kunst verlief kontinuierlich: Auch wenn er von der Kunstszene lange kaum wahrgenommen wurde, schuf er zwischen seinen beruflichen Verpflichtungen kleine Zeichnungen und nahm an Einzel- und Gruppenausstellungen teil. Vier Jahrzehnte trennen diesen Anfang vom Jahr 2026. Im Rahmen der 36. Biennale von São Paulo wurde sein Werk in einer Hommage des Kollektivs Vilanismo gewürdigt, das seine Meisterschaft und Hingabe ehrte – als Akt historischer Wiedergutmachung gegenüber einem Künstler, der sie bis heute inspiriert. Em torno do Aleph (Rund um Aleph) ist seine erste Ausstellung in Deutschland. Der Titel bezieht sich auf Jorge Luis Borges’ ikonische Erzählung „El Aleph“ (Das Aleph) aus dem Jahr 1945. Das Aleph ist ein geheimnisvoller Punkt, der alle anderen Punkte des Universums zugleich enthält und es dem Betrachter ermöglicht, die gesamte Erde gleichzeitig aus jedem Blickwinkel zu sehen. In gewisser Weise spiegelt dies die kontinuierliche und umfassende Praxis wider, die Barros im Laufe seines Schaffens entwickelt hat. Um das Aleph herum befindet sich Sankofa. Um die Angst, dass nichts mehr übrigbleiben könnte, das Überraschung oder Freude hervorruft, steht die Handlung des Zurückkehrens, um das wiederzuerlangen, was vergessen oder verloren wurde. Um das Gefühl einer Wiederkehr, die niemals endet, oder die Unmöglichkeit, sich von allem Gesehenen zu befreien, flüstert der Sankofa-Vogel weiterhin: „Erinnere dich, erinnere dich.“ (1) Und zwischen Aleph und Sankofa, genau dazwischen, befindet sich das Werk von Helcio Barros: eine Poetik, die bereits vorhanden war, als sie entdeckt wurde; eine Malerei, die den Ausdruck der 1980er Jahre für sich beanspruchte, noch bevor dieses Paradigma vollendet war, und es erneut öffnete, um die vielfältigen Alephonten und Superalephonten einzuschließen. Text: André Pitol Helcio Barros - Em torno do Aleph 27. Juni 2026 – 01. August 2026 Galerie Barbara Thumm
Dolores Flores presents a variety of works in the exhibition "Optimism - Flashback" with the paper figures "the beer people", in the a.i.p. galerie and project space. Dolores Flores is an interdisciplinary artist, poet and musician of Mexican American / German descent. Born in Berlin 1964, raised in Northern California, U.S.A. Since 1983 living and working in Berlin and Lower Saxony, Germany. The work of this interdisciplinary artist encompasses audiovisual spatial installations, sculptures, light objects, and video works, as well as vocal performances and the music project "The Unfamiliarnaires." Her works are held in various private collections around the world and have been exhibited in galleries, museums, institutions, and project spaces. Regardless of the chosen medium, aesthetics and a contemplative quality are central to her work. Die Evolution der „Beer People“: Vom Kneipenzufall zum Kunstkonzept The narrative and contemplative aspect is a central theme for her, with a focus on observing society and its evolution in our time. With an emphasis on an optimistic perspective, individuality and development within the personal sphere are additional key themes. The story behind the creation of the paper figures “The beer people” from Dolores Flores. Dolores Flores, a sculptor who has been creating her works in wood since 1986, created these figures by chance in an old Berlin beer bar in the late 90s after a band rehearsal. The inspiration came from a tissue paper ring—the drop catcher that is attached to the bottom of a freshly tapped beer glass to absorb the foam drippings, called a "Tropfenfänger," a German tradition in beer culture. As a sculptor, she found this fragile material very interesting, and while playing around with this tissue paper ring at that moment, the "beer people" came to life. Their name originates from the material and the origin where they were created. What started by chance has now evolved into a complete artistic concept. Each figure is an original, folded and torn, where the excess paper is removed and then folded into form. These figures are created out of one single tissue paper ring; there are no additional components other than the toothpick attached to the backside for stability. These figures are not a copy of origami; they are an authentic creation by Dolores. Zwischen Kontemplation und Digitalisierung: Eine Gesellschaft voller Hoffnung All of these small figures, female or male, have their own expressions, poses, movements, and characters. These figures are full of individuality, though made out of the exact same valueless material. Over 8,500 figures have been produced, and for every exhibition, a new generation is created for diverse works, such as multimedia installations, luminescent object boxes, photographs, and video works. Dolores Flores integrates lyrics from her songs, which are translated into binary number code, symbolizing our computerized and digitalized era. The “beer people“ figures represent a hopeful, confident, and idealistic society believing in gender equality and individuality, searching for new solutions and perspectives, and promoting freedom of thought and action. They question society’s value system, invoking contemplative thoughts and ideas as a chance for a process of regeneration in a complicated world. The unfolded tissue paper rings represent the masses that are thoughtlessly waiting, just existing as piled material in orderly rows. With this contemplative concept, these paper figures function as a playful expedient supporting the narrative aspect of observation, society, and creative expression. Der erzählerische und kontemplative Aspekt ist für sie ein zentrales Thema, wobei der Fokus auf der Betrachtung der Gesellschaft und ihrer Entwicklung in unserer Zeit liegt. Individualität und Entwicklung im persönlichen Raum sind weitere zentrale Themen. Vernissage Donnerstag, den 02. Juli 2026 von 15-19 Uhr !
Overview: BBA Gallery is pleased to announce Three Chords & Two Cameras, a duo exhibition bringing together the works of American photographer Michael Grecco and German photographer Per Schorn. Running from July 4 to August 1, 2026, the exhibition offers a profound visual dialogue on the punk and alternative music subcultures, exploring the medium of photography as both a witness to public rebellion and an intimate space for personal ritual. About the Exhibition: The exhibition juxtaposes two distinct eras, geographical landscapes, and photographic methodologies. Michael Grecco’s Days of Punk series provides an aggressive, firsthand documentary account of the late 1970s and 1980s Boston music scene. Capturing legendary artists on stage and behind the scenes, Grecco’s high-contrast, kinetic imagery embodies the raw energy, sound, and defiance of a movement breaking away from societal norms. In contrast, Per Schorn’s The Photo Booth Book shifts the focus from the chaotic public stage to a controlled, highly democratic space. Over several years, Schorn traveled with a mobile, analog-style photo booth, inviting over 400 musicians and figures from the international punk community to step inside. The resulting unscripted, self-directed portraits strip away the performance persona, offering a raw, quiet look into the individuals who form the backbone of the alternative scene. Together, Three Chords & Two Cameras investigates the dual nature of subculture photography: one lens turned outward to document a collective cultural shift, and the other turned inward to capture its human essence. Exhibition Details Dates: July 4 – August 1, 2026 Opening Reception: Saturday, July 4, 18:00 – 21:00 Location: BBA Gallery, Köpenicker Str. 96, 10179 Berlin, Germany Admission: Free
Overview: BBA Gallery presents While the Shadows Dream Upright, a debut solo exhibition by French photographer Pierre-Yves Cruaud, joint 1st Prize Winner of the 2025 BBA Photography Prize. On view from July 4 to August 1, 2026, the exhibition presents two interconnected photographic series that challenge our perception of reality, memory, and the nocturnal landscape. About the Exhibition: In While the Shadows Dream Upright, Cruaud explores the night not merely as an absence of light, but as a fertile psychological space where memory and reality blur. Drawing formal inspiration from minimalist painting, Cruaud's highly precise compositions isolate fragments of the world as daylight recedes, capturing the transition where the familiar becomes strange and poetic.
Mit Just Looking zeigt die Galerie Thomas Schulte eine Einzelausstellung von Richard Deacon mit neuen Drucken und großformatigen Keramikskulpturen. Die vielfältigen Serien unterstreichen Deacons Vorliebe für Variation, seine sich weiterentwickelnden Konstruktionsmethoden und seinen systematischen Umgang mit dem Material. In glasierter Keramik, Digitaldrucken auf Polyester und lackiertem Stahl treten unterschiedliche Oberflächenqualitäten hervor, die jedem Werk einen eigenen Charakter verleihen: mit unterschiedlichen Graden an Mattheit und Glanz, abwechselnd glatt und rau, offen oder geschlossen, scheinbar flach oder ausgesprochen voluminös. Während am Boden liegende Keramikskulpturen auf unsicherem Untergrund zu wanken scheinen, stehen andere hoch und fest verankert da. Trotz ihrer bewusst offenen Formensprache und der Vielzahl möglicher Assoziationen scheinen die Arbeiten eine Frage an die Betrachtenden zu richten – oder vielmehr einen gedanklichen Impuls auszulösen – eine Aussage, deren Bedeutung bewusst in der Schwebe gehalten wird und die auf eine abschließende Auflösung verzichtet.
Die Galerie Thomas Schulte präsentiert „A Moment in Time: Drawings 1991–1992“, eine Einzelausstellung von Allan McCollum. Die Ausstellung zeigt neun Collections of Drawings und umfasst insgesamt 570 Einzelwerke aus McCollum’s Drawings Serien, einem Werkkomplex, der zu den bedeutendsten seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit Massenproduktion und Individualität zählt. Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Galerie widmet sich der Raum in der Potsdamer Straße dem historischen Werk eines Künstlers, den die Galerie seit ihrer Gründung im Jahr 1991 vertritt und der ihr konzeptionelles Programm seitdem maßgeblich geprägt hat.
Mit Arbeiten von Maxwell Dunlop, Marie Louise Elshout, Armando Mariño, MASCH und James Johnston versammelt die Ausstellung „The Space Between“ vom 3. Juli bis zum 15. August 2026 internationale Positionen aus den USA, Kuba, den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland. Zwischen Traum, Erinnerung und Atmosphäre entstehen sehr unterschiedliche Bildwelten: die stille, filmische Malerei des amerikanischen Künstlers Maxwell Dunlop, die poetischen hybriden Figuren der niederländischen Künstlerin Marie Louise Elshout sowie das großformatige Interieur des Exilkubaners Armando Mariño, dessen leuchtendes Licht und künstliche Eleganz zwischen Verführung und Isolation oszillieren. Ergänzt werden diese Arbeiten durch die feinen Papierarbeiten von MASCH, die mit ihrer Leichtigkeit und Klarheit die besondere Stimmung des Sommers aufnehmen, sowie durch die intuitive und fragile figurative Malerei des britischen Musikers und Künstlers James Johnston. With works by Maxwell Dunlop, Marie Louise Elshout, Armando Mariño, MASCH and James Johnston, the exhibition The Space Between, on view from July 3 to August 15, 2026, brings together international artistic positions from the United States, Cuba, the Netherlands, Great Britain and Germany. Between dream, memory and atmosphere, very different visual worlds emerge: the quiet, cinematic paintings of American artist Maxwell Dunlop, the poetic hybrid figures of Dutch artist Marie Louise Elshout, and the large-scale interior by Cuban exile artist Armando Mariño, whose luminous light and artificial elegance oscillate between seduction and isolation. These works are complemented by MASCH’s delicate paper works, whose lightness and clarity reflect the particular atmosphere of summer, as well as by the intuitive and fragile figurative paintings of British musician and artist James Johnston. Beitragsbild: MASCH, PLAYING SPECIES
Seit über 15 Jahren malt der britische Künstler Phelan O’Hara (*1940) Kinderbilder. Die naiven, mit unbeholfenem Strich auf kleinen Zetteln und dünnem Papier eher beiläufig, als reine Beschäftigung von Kindern gefertigten Zeichnungen üben eine Faszination auf ihn aus, der er mit der Fragestellung begegnet: Was passiert, wenn man eine Kinderzeichnung in ein größeres Format überträgt? Bei der Werkserie, die unter dem Titel Towards Childhood erstmals ausgestellt wird, handelt es sich jedoch nicht um einfache Kopien von bestehenden Zeichnungen. Vielmehr sind O’Haras Bilder eigene Kompositionen aus für Kinderzeichnungen übliche, stereotype Formen und Anordnungen: Der stilisierte Baum unter einer gelb-runden Sonne, Menschen und Tiere mit ihren Strichbeinen, die den unteren Rand des Formats, der den Boden symbolisiert, bevölkern und in Häusern mit dreieckigen Dächern leben. All das kommt ohne perspektivisch realistische Darstellung aus und wird auf die nötigsten Elemente und Farben reduziert. Die fast primitive Einfachheit der Darstellung in der kunsthistorischen Tradition der Art brut ist das von O’Hara angestrebte (doch bisher noch unerreichte) Ziel. Phelan O’Hara imitiert die prä-alphabetische Bild-Sprache, in der Kinder Gesehenes und Erlebtes festhalten, und ergänzt die Motive durch eigene Elemente. Er wird von einem englischen Märchen, der Einrichtung einer Urlaubsunterkunft oder Zitaten aus berühmten Songs wie „House of the Rising Sun“ inspiriert – in der Tür des House of many colours erscheint die gestrenge Gestalt der Mutter, die ihrem Sohn im New Orleans der 1960er Jahre eine Jeans näht. Der für O’Haras Œuvre bezeichnende Humor verbindet sich mit seinem Wissen um Vergangenes und seinem Bewusstsein für ihn umgebende, alltägliche Situationen. Gleichzeitig ist die Arbeit mit Farbe und teilweise Collage auf Leinwand für O’Hara eine erneute Annäherung an eine Art der Malerei. Durch die Wahl der Mittel überträgt er die Zeichnungen in ein neues Medium und erreicht ihre Legitimation als Kunstwerk. Der Künstler wird zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 09. Juli, anwesend sein. Phelan O'Hara – TOWARDS CHILDHOOD 09. – 31. Juli 2026 Galerie Michael Haas
Die Galerie CAMERA WORK präsentiert vom 11. Juli bis zum 29. August 2026 eine Ausstellung mit 30 ausgewählten Werken von Michel Comte. Diese geben einen kuratierten Einblick in das fotografische Werk des multidisziplinär arbeitenden Künstlers, der zu einem wichtigen Gestalter des visuellen Zeitgeistes des späten 20. Jahrhunders zählt. Michel Comtes Arbeiten dokumentieren eine Ära des wahrhaften Sehens, noch unberührt vom Einfluss künstlicher Bildbearbeitung. Mit starken Kontrasten in der Lichtgebung schuf der Künstler in den 1980er und 1990er Jahren weltberühmte Fotografien – darunter der Akt von Carla Bruni sowie ein Porträt von Louise Bourgeois –, die die Essenz seiner Protagonisten roh und wahrhaftig beschrieben. Seine Porträts von Jeremy Irons, Geraldine Chaplin, Iggy Pop, Helena Christensen oder Mike Tyson, die ebenfalls in der Ausstellung eingebunden sind, zählen zu stilprägenden fotografischen Werken jener Dekaden. Die Ausstellung wurde aus Vintage Prints aus der Sammlung der Galerie CAMERA WORK sowie Editionsarbeiten der ÉDITIONS COMTE in Kollaboration kuratiert. Michel Comte (*1954 in Zürich) absolvierte zunächst eine Ausbildung in der Restaurierung zeitgenössischer Meisterwerke. Nach einem entscheidenden Auftrag von Karl Lagerfeld im Jahr 1980 entwickelte sich Comtes Fotografie, unter Leitung der legendären Franca Sozzani von der Vogue Italia, als maßgebliches Dokument eines aufkeimenden Celebrity-Kults. Dazu zählten Musiklegenden wie Miles Davis und Frank Zappa, Filmikonen wie Catherine Deneuve und Nicole Kidman, Künstler wie Jeff Koons sowie die einflussreichsten Supermodels dieser Ära. Parallel hat Michel Comte seine Stimme und Reichweite stets genutzt, um die Lage der Menschheit zu dokumentieren. Dieses Engagement zeigt sich in seiner umfangreichen Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes in weltweiten Konfliktgebieten, seinem vielbeachteten HIV/AIDS-Aufklärungsprogramm Save Safe Sex sowie seinem Einsatz für den Umweltschutz durch die Water Foundation und Installationsarbeiten. Michel Comte 11. Juli - 29. August 2026 Galerie CAMERA WORK
Ein Forensiker als Fotograf, der sich einem der unscheinbarsten Materialien unserer Umwelt widmet. Die Ausstellung „Die Welt in einem Sandkorn sehen“ vereint die mikrofotografischen Arbeiten von Matthias Burba (*1954), Synästhetiker, mit einer interaktiven Videoarbeit von Max Seeger (*1994) und erschließt Sand als vielschichtiges Bildfeld. Zwischen mikroskopischer Präzision, subjektiver Wahrnehmung und medialer Übersetzung wird das Material zugleich als geologisches Archiv und als Träger ökologischer, kultureller und historischer Prozesse sichtbar. Matthias Burba verbindet analytische Präzision mit subjektiver Erinnerung. Seine rund 800 weltweit gesammelten Sandproben bilden ein visuelles Archiv, das über reine Dokumentation hinausgeht. Am Polarisationsmikroskop entwickelt er Bildkompositionen, in denen Licht und Filter gezielt eingesetzt werden, um spezifische Farb- und Strukturmerkmale der Sandkörner sichtbar zu machen. Diese sind nicht nur ästhetisch prägnant, sondern geben auch Hinweise auf ihre mineralische Zusammensetzung und ermöglichen Rückschlüsse auf den jeweiligen Fundort. Die Arbeiten zeigen Sandkörner nicht als neutrale Objekte, sondern als komplexe Formationen, deren Farben, Strukturen und Lichtbrechungen an abstrakte Malerei erinnern. Sichtbar wird ein geologisches Archiv, geprägt von Millionen Jahren Verwitterung, Bewegung und Transformation. Ausgangspunkt ist ein Vers von William Blake (1757–1827), der das Kleine als Spiegel des Großen begreift und hier in eine zeitgenössische Bildpraxis überführt wird. Mit der partizipativen Filmarbeit Ingrained erweitert Max Seeger diese Perspektive um eine raumgreifende Dimension. Die Installation verschiebt den Blick vom einzelnen Korn hin zu größeren Zusammenhängen. Digitale Bildräume verbinden sich mit dokumentarischen Elementen zu einer visuellen Erzählung, die den Stoff in seinen globalen Verflechtungen sichtbar macht. Diese künstlerischen Annäherungen an Sand stehen in deutlichem Kontrast zu seiner alltäglichen Nutzung als Rohstoff. Als Siliciumdioxid zählt er zu den meistverwendeten Ressourcen der Erde und bildet eine zentrale Grundlage moderner Technologien und Infrastrukturen. Er ist Ausgangsmaterial für Mikrochips, Smartphones, Solarzellen und optische Produkte und zugleich unverzichtbar für Bauprozesse, von Betonherstellung bis hin zu Landaufschüttungen und Küstenbefestigungen. Dabei ist Sand kein universell einsetzbares Material, seine spezifischen Eigenschaften entscheiden über seine Verwendbarkeit. Mit der global steigenden Nachfrage wird Sand zunehmend zu einer knappen und umkämpften Ressource. In den vergangenen 20 Jahren sind die Preise um bis zu 6500 Prozent gestiegen. Der intensive Abbau führt vielerorts zu erheblichen ökologischen Schäden, insbesondere durch die Zerstörung von Uferzonen und Stränden, und verschärft zugleich die Gefährdung von Küstenregionen durch den steigenden Meeresspiegel. Eröffnung am Freitag, den 10. Juli 2026, 19-21 Uhr In Anwesenheit der Künstler
Der deutsch-australische Fotograf Joachim Froese beschäftigt sich mit Natur und Landschaft nicht im Sinne einer klassischen, romantischen Fotografie, sondern als konzeptuelles und materielles Arbeitsfeld. Er bezieht sich dabei unter anderem auf den baltischen Biologen und Philosophen Jakob von Uexküll, der Anfang des 20. Jahrhunderts Natur als Geflecht unterschiedlicher Wahrnehmungswelten verschiedener Lebewesen definiert. Ausgehend davon begreift Froese Natur nicht als Gegenüber des Menschen, sondern als komplexes Beziehungsnetz, in das der Mensch eingebunden ist. Diesen theoretischen Ausgangspunkt verbindet er in seinen prak-tischen Arbeiten mit einem überraschend technisch fundierten Ansatz. Das fotografische Handwerk selbst wird zum Konzept, indem Froese digitale Auf-nahmeverfahren mit historischen Drucktechniken kombiniert. Eine besondere Rolle spielt dabei der Salzdruck, eines der frühesten Positivverfahren, das in den 1830er-Jahren von William Henry Fox Talbot entwickelt wurde. Froese experimentiert mit dieser ‘Ur-Technik’ und setzt Gegenwart und Vergangenheit der Fotografie in ein Spannungsverhältnis von Fortsetzung und Flüchtigkeit. Natur erscheint so weniger als festes Motiv, sondern vielmehr als Prozess, der seine eigene Vergänglichkeit in sich trägt. Im Rahmen seines Vortrags wird der Künstler einige seiner fixierten als auch nicht fixierten originalen Salzpapierabzüge, aber auch Papiernegative, Cyanotypien und Silbergelatineabzüge vorstellen, auf deren technische Grundlagen eingehen und Einblicke in seine spezifischen Verfahren geben. Joachim Froese (*1963, Montreal, Kanada) wuchs in Deutschland auf und wanderte 1991 nach Australien aus. Heute arbeitet er überwiegend in Brisbane, und in regelmäßigen Abständen in Berlin. Seine Karriere verbindet Praxis, Theorie und Lehre. Als freier Dozent unterrichtet er seit 25 Jahren Fotografie an Kunsthochschulen in Australien sowie als Gastdozent mehrfach an Universitäten in Deutschland. 2017 promovierte er an der RMIT-University in Melbourne, seit 2020 ist er Honorary Lecturer an der School of Communication and Arts, University of Queensland in Brisbane. Eintritt frei. Eine Voranmeldung ist erforderlich unter: info@aestiftung.de
Führung durch die Ausstellung mit Matthias Burba und Dr. Christiane Stahl, Direktorin der Alfred Ehrhardt Stiftung. Eintritt frei. Eine Voranmeldung ist erforderlich unter: info@aestiftung.de
»Sand als Medium: Materialität, Macht und territoriale Transformation«, Vortrag von Dr. Michaela Büsse, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Technische Universität Dresden. Eintritt frei. Eine Voranmeldung ist erforderlich unter: info@aestiftung.de
„Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“ im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart ist die erste große Retrospektive des Komponisten und Künstlers in Europa. Ryuichi Sakamoto gilt als Pionier der elektronischen und experimentellen Musik, der die Grenzen zwischen Klang, Film, Performance und bildender Kunst immer wieder neu definierte. Seit den 2000er-Jahren entwickelte er dreidimensionale Klangräume, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen wie Shiro Takatani und Carsten Nicolai oder dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. „Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“ zeigt sieben Werke in fünf großformatigen Installationen und eröffnet zur Berlin Art Week. Die Ausstellung rückt die Schnittstelle von Klang und Kunst ins Zentrum, die seit seiner Gründung vor 30 Jahren ein Markenzeichen des Hamburger Bahnhof ist. Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zeigt auf rund 1.500 Quadratmeter in den Rieckhallen sieben Werke in fünf großformatige Installationen des Komponisten und Künstlers Ryuichi Sakamoto. „IS YOUR TIME“ (2017), in der ein durch den Tsunami 2011 zerstörtes Klavier zum Objekt für Klänge wird, beruht auf digital umgewandelten seismologischen Daten von Erdbeben weltweit in Echtzeit. Weitere Installationen sind ausgehend von seinem Album „async“ (2017) in enger Kooperation mit dem Künstler Shiro Takatani und dem Filmmacher Apichatpong Weerasethakul entstanden. Zwei Filme von Carsten Nicolai in der Ausstellung verwenden Musik des letzten Albums „12“ von Sakamoto, ein Klangtagebuch, das er 2021 bis 2022 aufgenommen hat. Ryuichi Sakamoto (1952-2023) war ein Komponist, Produzent und Künstler, geboren in Tokio. 1978 debütierte er mit dem Album „Thousand Knives“ und war Mitbegründer der legendären Techno-Gruppe Yellow Magic Orchestra. Sein vielfältiges Schaffen umfasst Popalben, viele klassische Werke, zwei Opern und fast 45 Original-Film- und TV-Soundtracks. Für seine Filmmusik erhielt er zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Auch in der Kunstwelt war Sakamoto aktiv: Seine Arbeiten wurden weltweit in Museen gezeigt (Seoul, 2018; Peking, 2021; Chengdu, 2023–2024; Tokio, 2024–2025; Phuket, 2026; Hong Kong 2026). Als Aktivist engagierte er sich jahrzehntelang für Umweltschutz und Weltfrieden. Er gründete die Organisation „more trees“ zur Waldrettung und das „Tohoku Youth Orchestra“, um die Opfer des Tohoku-Erdbebens durch Musik zu unterstützen. Sakamoto starb am 28. März 2023. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13.–15.11., an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano. Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time 11. September 2026 – 20. Juni 2027 Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Vintage Paper Berlin ist deine neue Messe für Fotografie, Kunst und seltene Originale auf Papier – ein inspirierender Treffpunkt für alle, die Bilder, Bücher und Drucke lieben. In der Alten Münze, mitten in Berlin, triffst du auf internationale Aussteller:innen, die dir eine sorgfältig kuratierte Auswahl präsentieren: von Vintage-Fotografien und künstlerischen Arbeiten auf Papier über Grafiken und Zeichnungen bis hin zu bibliophilen Kostbarkeiten. Du kannst in Ruhe stöbern, besondere Einzelstücke entdecken, mit Galerien, Antiquariaten, Restaurator:innen und Künstler:innen ins Gespräch kommen und dir Hintergründe zu Techniken, Provenienzen und Erhaltungsfragen direkt erklären lassen. Ob du bereits sammelst, beruflich mit Papier und Bildern arbeitest oder einfach Lust auf visuelle Entdeckungen hast – Vintage Paper Berlin lädt dich ein, Fotografie und Kunst auf Papier in all ihren Facetten neu zu erleben und das Original in die Hand zu nehmen.
Am 7. April 2028 wird im Pei Bau des Deutschen Historischen Museums auf 560 Quadratmetern die Ausstellung „Porträts der deutschen Geschichte“ (Arbeitstitel) eröffnen. Im Zentrum der Ausstellung stehen herausragende Porträts historischer Persönlichkeiten und vor allem Werke, die einen hohen Eigenwert besitzen und von emblematischer Wirkungskraft sind. Die ausgestellten Porträts werden dabei möglichst vielfältig sein, sowohl was die Dargestellten wie auch die Formate anbetrifft. Fürsten, Staatsmänner und -frauen, entscheidende Personen aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Kultur usw. werden vertreten sein, aber auch unbekannte Menschen, wenn von ihnen packende Porträts überliefert sind. Aus der Begegnung mit den Porträts sollen sich Türen in die Geschichte öffnen. Dabei soll die Vielfalt der in Deutschland heute und in der Vergangenheit lebenden und wirkenden Menschen zum Ausdruck kommen: Personen der verschiedenen politischen Spektren von rechts bis links, Opfer, Täter, Vertriebene und Flüchtlinge, Bäuerinnen und Bauern, Studierte, Einwanderer, Migranten, Protestanten, Juden und Katholiken, Homosexuelle usw. Die Porträts in den reichen Sammlungen des DHM bilden dabei den Grundstock: Die eigenen Bestände bieten zahlreiche ebenso herausragende wie vielseitige Porträts, die sich aus der lange zurückreichenden Sammlungstätigkeit des Museums speisen und nun zum ersten Mal in ihrer Fülle gezeigt werden können. Gleichzeitig wird die Ausstellung durch Exponate aus anderen Sammlungen und Museen erweitert und ergänzt. Das Gebot der Vielfalt und Abwechslung betrifft auch die Formate und Medien. Unterschiedliche Gattungen sollen versammelt werden, von Video-Installationen und Karikaturen, Hologrammen, Fotos, Zeichnungen, Medaillen, Münzen, Geldscheinen, Briefmarken bis hin zu Ölgemälden, Büsten und Standbildern. Die Ausstellung soll ein vertieftes Bewusstsein für die Bedeutung der in Deutschland lebenden Menschen entwickeln, die unter allen möglichen Umständen und in allen möglichen Rollen die deutsche Geschichte im Großen und Kleinen geprägt haben. Die Ausstellung wird von Julia Voss und Christopher Clark kuratiert. Porträts der deutschen Geschichte Ab dem 7. April 2028 Deutsches Historisches Museum